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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-05-01 · 5 (5.1905) · p. Seite 15

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
5 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 Sekretär Fleischer erklärt, dass die nicht mehr neue Schächtfrage in das Gebiet der Kultusgemeinde ressortiert, welcher die Leitung der „Union", trotzdem auch staatsbürgerlich gewährleistete Rechte der Juden verletzt werden, den ihr zustehenden Vortritt gelassen habe. Es sei unzweifelhaft, dass dieser Beschluss des Wiener Gemeinderates von der Regierung nicht bestätigt werden würde, gleich den Fällen Graz und Rumburg, in welchen die „Union" mit Erfolg interveniert und dadurch Präjudikate geschaffen habe, welche auch heute anerkannt werden müssen. Herr Köser stellt den Ergänzungsantrag zum Antrage Ehrlich, behufs Gründung von Bezirkskommissionen einige von unseren Glaubensgenossen weniger dicht bevölkerte Bezirke zusammenzufassen und Agitationsvorträge in den Sitzungen der Bezirkskommissionen abzuhalten. Mittlerweile übernahm Herr Vizepräsident kais. Rat Wilhelm A n n i n g e r den Vorsitz und brachte den Rechenschaftsbericht zur Abstimmung, welcher einstimmig angenommen wurde. Der Antrag Ehrlich wird abgelehnt. Zur Absolvierung des dritten Punktes der Tagesordnung, der Verlesung des Kassaberichtes, erhält Herr Albert Winterberg das Wort. Herr Winterberg verliest umstehenden Kassabericht. Das hierauf zur Verlesung gelangende Wahlresultat ergibt, dass auf Herrn Sigmund Mayer 71, Herrn kais. Rat Wilhelm Anninger 70, Herrn Jacob Jaiteles 69, Herrn Dr. Hein und Herrn Podwinecje 1 Stimme entfallen sind. Zu Revisoren wurden die Herren W inte r b e r g und Fuchs per Akklamation gewählt. Herr Dr. Josef Bloch beantragt, angesichts der hervorragenden Leistungen, welche aus dem Rechenschaftsberichte ersichtlich sind, dem Präsidium der „Oesterreichisch-Israelitischen Union", dem Vorstande, Beirate, Sekretär und Bureau derselben den Dank der Generalversammlung zum Ausdrucke zu bringen. (Der Antrag wird unter lebhaftem Beifall angenommen.) Zum letzten Punkte: „Anträge und Interpellationen" erteilt der Vorsitzende dem Redakteur K r a u s z das Wort. Derselbe reklamiert die Ausführung des bereits gefassten Beschlusses, im Schosse der „Union" ein Komitee für Kultusangelegenheiten einzusetzen. Redner spricht den Wunsch aus, die Leitung der „Union" möge eine Organisation zur Regelung der akuten Frage der russischen Emigration ins Leben rufen, da die kompetenten Stellen der Meinung seien, die Auswanderer sollten eigentlich nicht auswandern, und die Leute dementsprechend behandeln. Herr Rosenzweig spricht sich gegen die Einsetzung einer Kommission für Kultusangelegenheiten aus.

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