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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-05-01 · 5 (5.1905) · p. Seite 12

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
5 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 einen ausserordentlichen Beitrag von je 1 Krone zu leisten. Dieser Aufruf hatte die Wirkung, dass unser Spendenkonto um den Betrag von K 3267.— bereichert wurde. Den opferwilligen Spendern sei hiemit öffentlich der herzlichste Dank ausgesprochen. Trotz erheblicher Steigerung der Agenden haben wir mit den bisherigen Bureaukräften das Auslangen gefunden. Der Einlauf betrug im Berichtsjahre 1472 Geschäftsstücke, wogegen 1513 ausgingen. Aus Anlass der Wanderversammlungen wurden 407 und für die Kalenderedition 6722 Briefe, im Ganzen sonach 9914 Briefe versendet. Die Vereinsagenden wurden in 11 Vorstands- und 16 Präsidialsitzungea erledigt. Einem wiederholt ausgesprochenen Verlangen der Mitglieder entsprechend, hat der Vereinsvorstand Wert darauf gelegt, dass in den Plenarversammlungen der „Union" Gelegenheit zur Aussprache über aktuelle sozialpolitische und wirtschaftliche Fragen geboten werde. In der Versammlung vom 6. Oktober 1904 wurde der „Boykott gegen jüdische Kaufleute und Gewerbetreibende" (Referent Herr Gemeinderat Dr. Oskar Hein) zur öffentlichen Diskussion gestellt. In der Versammlung vom 22. November 1904 sprach Herr Dr. Max Stransky über den „Kampf gegen d i e j ü d i s c h e B e r u f s i n t e 11 i g e n z". In der Versammlung vom 30. Jänner 1905 referierte Herr Sekretär Siegfried Fleischer über die gegenwärtige politische Lage und in der Versammlung vom 6. März 1905 berichtete der Schriftsteller Herr Dr. Hugo Ganz in einem formvollendeten Vortrage unter dem Titel „Bilder aus dem Osten" (Das ostjüdische Problem) über die interessanten Eindrücke, die er auf seiner Eeise durch Galizien, Russland und Rumänien gesammelt hatte. Trotz der grossen Opfer, welche die „M o n a t s c h r i f t"' dem Vereine auferlegt, haben wir dieselbe dennoch sowohl räumlich als inhaltlich weiter auszugestalten gesucht, ohne dafür ein besonderes Entgelt von den Mitgliedern einzuheben, weil das Vereinsorgan nicht nur ein unerlässliches Verbindungsmittel zwischen der Zentrale und den Mitgliedern darstellt, sondern unter Umständen auch ein wichtiger Behelf ist, um über allgemeine Fragen des Judentums Licht zu verbreiten. So haben wir gerade jetzt, in dem Augenblicke, wo der niederösterreichische Landtag und der Wiener Gemeinderat Beschlüsse gegen das rituale Schächten gefasst haben, das Erscheinen einer wertvollen Artikelserie über dieses Thema veranlasst. Der „U n i o n k a 1 e n d e r" hat sich als unentbehrlicher Schematismus der österreichischen Kultusgemeinden in weiten Kreisen dauernd eingebürgert und es ist nur bedauerlich, dass wir die ständige Klage, dass mehr als 1000 Exemplare unbezahlt geblieben sind, auch diesmal erneuern müssen. Die Einnahmen aus dem Kalender betrugen K 6345*99, welchen Ausgaben im Betrage

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