Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 17 (1905)
- Issue
- 5 (5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union. Nr. 5. Wien, Mitte Mai 1905. 17. Jahrgang. Protokoll der am 29. April 1905 stattgefundenen XX. ordentlichen Generalversammlung der „Oesterreichisch-Israelitischen Union". Am 29. d. M. fand im Saale des „Hotel Guth" unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Sigmund Mayer die XX. ordentliche Generalversammlung der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" statt. Der Präsident begrtisst herzlichst die Teilnehmer der Versammlung, insbesondere die Herren Vizepräsident Dr. Gustav K o h n, die Kultusvorsteher kais. Rat Leopold Sachs, Sigmund Kauders, E 11 b o g e n, Salo Landau, kaiserl. Rat Wilhelm P o 11 a k, sowie Gemeinderat Dr. Oskar Hein — entschuldigt haben sich die Herren Präses Dr. Alfred Stern, Baurat S t i a s s n y, Dr. Heinrich Schreiber und Ignaz Simon — und konstatiert die rechtzeitige Ausschreibung der Generalversammlung in der „Wiener-Zeitung" und die Beschlussfähigkeit. Redner weist einleitend auf die sich im Osten vollziehenden weltgeschichtlichen EreigDisse, den Zusammenbruch der Autokratie hin, welcher voraussichtlich eine erlösende Wendung in der bisherigen grausamen Hintansetzung speziell der russischen Jnden herbeiführen werde, indem früher oder später die Freizügigkeit derselben in dem riesigen Reiche eintreten dürfte. Hiermit wäre auch der wichtigste Teil der Judenfrage als gelöst zu betrachten. Redner führt weiters aus, dass die in Frankreich eingetretene Tatsache der Trennung von Staat und Kirche gleichfalls auf die Lage der Juden im allgemeinen günstig zurückwirken werde. Erst mit der Beseitigung der „Staatsreligion" könne eine wirkliche konfessionelle Gleichberechtigung und damit auch eine wirkliche soziale Gleichstellung der Juden in aller Welt platzgreifen. Herr Sigmund Mayer hebt den in Oesterreich eingetretenen Kabinetswechsel hervor und betont, dass es der Leitung der „Union" gelungen sei, auch mit dem jetzigen Ministerium das wünschenswerte Einvernehmen herzustellen. Redner schliesst an seine Ausführungen die Bitte, dass unsere österreichischen, gleich i