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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-04-01 · 4 (4.1905) · p. Seite 39

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
4 (4.1905)
Date
1905-04-01
Page
Seite 39 (sequence 39)
Language
German
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39 Dienstag abends, also einen Tag zuvor, ehe man sie in dem Park fand, besuchte ein Rabbiner die Familie. Eines der Kinder im Hause, wahrscheinlich um Elisabeth bange zu machen oder sie zu necken, soll nun, wie sie erzählt, gesagt haben, der Rabbiner habe die Absicht, sie zu tödten und als Opfer Gott anzubieten. — Bei der Bauernbevölkerung jenes Teiles von Ungarn, woher sie stammt, existiert nämlich immer noch jener unsinnige Glaube, ein Ueberbleibsel aus dem Mittelalter, dass die Juden ihrem Gott zu Ehren Menschenopfer darbringen. Sich der gruseligen Geschichten, die sie daheim gehört, entsinnend, hielt sie die Worte des Kindes für Wahrheit und in ihrer Herzensangst bewerkstelligte sie, nur leicht angezogen und mit einigen Zents versehen, bei der ersten Gelegenheit, die sich bot, die Flucht. Am nächsten Morgen um 3 Uhr fand sie die Polizei, halbbewusstlos durch die Kälte, auf einer Bank. Zuschriften aus Mitgliederkreisen. Geehrte Redaktion! Zu dem von Herrn Ed. Breth-Iglau angeregten Reformvorschlage bemerke ich folgendes: Es wäre ein dankenswertes Beginnen, wenn man unseren jüdischen Mitbürgern klar machen würde, dass ein Kapital von Tausenden gemeinnützigen Zwecken entzogen und in einer direkt kindischen und unvernünftigen Weise verwendet wird. Ich will den Leuten die Glückwünsche an jüdischen Feiertagen gönnen - aber die hunderte Telegramme, die bei jeder einzelnen Hochzeit einen bedeutenden Betrag verschlingen, bedeuten doch nichts als Geldverschwendung. Propagieren Sie folgenden Vorgang: So oft Sie Kenntnis von einer Verlobung in einem jüdischen Hause erlangen, machen Sie sich erbötig, die Vermählungsanzeigen selbst beizustellen — die können ganz einfach und billig sein — und lassen Sie in geeigneter Weise die Worte beidrucken: „Gratulation entfällt zu Gunsten der „Oesterreichisch-Israelitischen Union Wien". Jeder ausgeschickten Anzeige wird ein Erlagschein beigelegt und ich bin der Ueberzeugung, dass die Vermählten ein ganz bedeutendes Vergnügen haben werden, zu hören, dass Ihnen anlässlich ihrer Vermählung ein Betrag von entsprechender Höhe eingegangen ist. Ueberdies können dann Sie die Erlagscheine und Coupons dem Ehepaar einsenden. Neuern, 30. Jänner 1905.

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