Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 16 (1904)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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35 Eiu grosser Teil derselben ist heute in unserer Hauptstadt ansässig und erwirbt sich als Handwerker und Kaufleute, von ihren christlichen Mitbürgern geachtet, den Lebensunterhalt. Jedoch die materielle Lage derselben ist noch keine derartige, dass es ihnen möglich wäre, aus eigenen Mitteln allein einen den Bedürfnissen entsprechenden Friedhof, Synagoge und Schule beschaffen zu können. Aber diese drei Institutionen sind dringend notwendig, wenn wir den Geist unserer Religion und unserer Traditionen unter unseren Brüdern erhalten sollen, wenn wir unsere Gemeinde in die Lage versetzen wollen, den vielen unserer Glaubensgenossen, die tagtäglich an unseren Gestaden landen, eine neue, glückliche Heimat zu bieten. Deshalb treten wir an alle Gemeinden Europas, an alle ederdenkenden unter unseren Brüdern in der alten Welt mit der Bitte heran, uns zu unterstützen in unserem Vorhaben zur Ehre unseres Gottes, zum Ruhme unseres Volkes, aus Pietät gegen unsere Vorfahren, die für die Erhaltung unseres Glaubens und unserer nationalen Traditionen Unglaubliches gelitten haben und freudig den Tod erduldeten. Beiträge bitten wir an die „Deutsche Ueberseebank" (Banco Aleman Transatläntico) hierselbst zur Verfügung des Präsidenten der Kultusgemeinde „Union Israelita Argentina" senden zu wollen. B u e n o s - A i r e s, 25. Mai 1901. Der Vorstand: Simon 0 s t w a 1 d, Präsident. Carlos Barr, Vize-Präsident. A. F a r b e r, I. Kassierer. J. Joselevich, 2. Kassierer. J. G d a n s k y, Sekretär. Beisitzende : D. Rubin stein, J Pfeffermann, A. Chait, J. Heidemann, J. C o a t z, M. K e t z e 1 m a n n, J. Schweitzer. Aufruf! Freita» am 17. Juni brach hier eine Feuersbrunst aus, welche einige Tage hindurch wütend 60 Häuser, darunter alle Bethäuser einäscherte. Das Gros der Abgebrannten sind unsere Glaubensgenossen. 200 jüdische Familien stehen obdach- und brotlos da. Menschen, die noch vor einigen Tagen wohlbemittelt waren, sind mit einem Schlage zu Bettlern geworden. Das Schreien der Kinder nach Brot und Kleidung ist herzzerreissend. Die Not ist unbeschreiblich. In diesem Unglücke bleibt uns kein anderer Ausweg offen, als uns an die Oeffentlichkeit zu wenden und um Unterstützung für die armen Unglücklichen zu bitten. Gefällige Geldsendungen sind an den „Kreditverein für Handel und Gewerbe in Rymanow" zu adressieren. R y m a n o w am 19. Juni 1904. Joseph Friedmann Salomon Seelenfreund Rabbiner. Kultuspräsident. LUDWIG GREHER, tailleur WIEN, I., ADLERGASSE 1 (TELEPHON 16.576). Empfiehlt sich den P. T. Mitgliedern als Schneider für feine englische Herren- Garderoben. — Grosse Auswahl in englischen Modestoffen. — Civile Preise — Auch brieflich in die Provinz.