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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1904-06-01 · 6/7 (Juni/Juli 1904) · p. Seite 14

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
16 (1904)
Issue
6/7 (Juni/Juli 1904)
Date
1904-06-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Der literarische Teil bringt eine fein empfundene Würdigung der dichterischen Persönlichkeit des im Vorjahre verstorbenen Schriftstellers Karl Emil Franzos aus der Feder des Rabbiners Dr. Simon Mandl, dann eine interessante Reminiszenz unter dem Titel: „Die Juden und das Jahr 1809" von Dr. T ä n z e r, ferner eine spannende Erzählung aus dem modernen Wiener Leben von „Nom de guerre". Die handliche Form und die elegante Ausstattung des Kalenders werden auch diesmal grewiss volle Anerkennung finden. Der billige Preis (K 1.60) ermöglicht auch den Minderbemittelten die Anschaffung. Wir bitten unsere geehrten Mitglieder, mit Hilfe des diesem Hefte beigedruckten Bestellscheines den Bezug des „Unionkalenders" unverzüglich bei unserem Bureau, Wien, IX., Universitätsstrasse 8, anmelden zu wollen. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Die Exzesse gegen die Unnower Juden. Vom 4. bis 24. d. M. fand in Uhnow die Verhandlung gegen die Urheber und Teilnehmer an dem im Vorjahre gegen die Uhnower Juden verübten Exzesse statt. Ein Erkenntnissenat des Lemberger Landesgerichts in Strafsachen war zu diesem Monstreprozess in die Stadt Uhnow übersiedelt. Zur Verringerung der Gerichtskosten wurde der Prozess auf dem Tatorte selbst in einer zum Gerichtshause adaptierten grossen Scheune durchgeführt. Den Vorsitz der Verhandlung führte Landesgerichtsrat Körb er. Angeklagt waren hundertzwölf Personen, zumeist Bauern. Die vom Staatsanwalts-Substituten Zakrzewski vertretene Anklage lautete auf das Verbrechen der öffentlichen Gewalttätigkeit; die Anklageschrift umfasste 76 Seiten. Wir konstatieren mit lebhafter Befriedigung, dass das Resultat, welches der Uhnower Gerichtshof fällte, nicht nur, wie jenes von Zablotow, die verhetzten Bauern, sondern auch die intellektuellen Anstifter der Exzesse, und diese mit besonderer Schärfe traf. Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde, den unsere Leser zum Teil schon aus den Berichten unseres seinerzeit nach Uhnow entsendeten Delegierten kennen: Am 23. April v. J. brach in dem Hause des Peter Krypczuk ein Feuer aus, welches 35 Häuser einäscherte. Die Ursache des

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