Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 12 (12.1903)
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 9 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9756662-9602757-9603029--0879-9603040- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
9 Mitteilungen der ,,Oesterreichisch - Israelitischen Union". Vortragsabende der „Union". Im Laufe des Monats Jänner veranstaltet die „ Oesterreichisch- Israelitisclie Union" zwei Vortragsabende. Den ersten Vortrag hält Herr Professor Winter nitz aus Prag über das Thema „Rasse, Menschheit und Volk", den zweiten Herr Landesrabbiner Dr. Tänzer aus Hohenems über das Thema: „Die Selbsthilfe als Naturgesetz". — Die nähere Bestimmung von Ort und Zeit werden wir unseren P. T. Mitgliedern direkt bekanntgeben. Wanderversammlungen. Am 5. November trat unser Sekretär eine Vortragsreise durch die Alpenländer an, welche ihn bis Triest führte. Nachdem Herr Fleischer am 5. November mit den Funktionären der Kultusgemeinde Am Stetten Rücksprache gepflogen hatte, hielt er am 6. November in S t e y r einen Vortrag über die Rechtsschutztätigkeit der „Union". Der Vorsitzende der Versammlung, Herr Kultus Vorsteher Reis, begrüsste unseren Delegierten in herzlicher Weise, worauf letzterer in eineinhalbstündiger, wiederholt durch Beifall ausgezeichneter Rede ein anschauliches Bild von der vielseitigen segensreichen AVirksamkeit des Rechtsschutzbureaus entwarf. Nachdem Herr Fleischer mit der eindringlichen Aufforderung geschlossen hatte, sich der grossen Verteidigungsorganisation anzuschliessen, ergriffen Herr Rabbiner Heinrich Schön und Herr Vorsteher Gottfried Reis das Wort, um diese Aufforderung nachdrücklich zu unterstützen. Fast sämtliche, in Steyr wohnhafte Glaubensgenossen erklärten ihren Beitritt zur „Oesterreichisch-Israelitischen Union". Am 7. November erschien Sekretär Fleischer, vom Kultusvorsteher Herrn Ignatz Hahn herzlichst begrüsst, im Kreise unserer zahlreichen Mitglieder in L i n z. Er erstattete daselbst Bericht über die Agenden des" Rechtsschutzbureaus innerhalb der letzten zwei Jahre. Besonderen Eindruck machten die Ausführungen des Redners gegenüber dem antisemitischen Bekenntnisse, das ein Gerichtsfunktionär vor Kurzem im Linzer Gemeinderathe abgelegt hatte. Zum Schlüsse zollte der Redner der ausgezeichneten Vertretung, welche die „Union" in ihrem Linzer Vertrauensmann besitzt, rückhaltloses Lob. An die Auseinandersetzungen unseres Delegierten knüpfte sich eine sehr anregende Debatte, an welcher sich insbesondere Herr Rabbiner Friedmann und Herr Ing.