Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 8 (August/September 1903)
- Date
- 1903-08-01
- Page
- Seite 26 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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26 Aufschlagen der Pferdehufe dröhnt durch die Luft. Nur mit Mühe kommen die Pferde zwischen den Haufen zerschlagener Möbel und Kleider vorwärts, die den Weg versperren. Sie bäumen sich. Auch die Menge macht Halt und wendet sich nach den Kosaken um. „Vorwärts, mit der Verstärkung!u Heulend wartet die Menge. Hinten am Ende der Strasse tauchen Polizisten und Kosaken zu Fuss auf . . . Jetzt beginnt man die Mauern zu erklettern, und in die Höhe zu flüchten. Die Kosaken bemächtigen sich der Flüchtlinge. Noch vor wenigen Augenblicken waren diese Menschen wilde Bestien, die ohne Mitleid und ohne Unterschied Ihresgleichen mordeten, ebenso unglückliche Geschöpfe wie sie selbst. Jetzt sind dieselben Bestien nichts weiter als betäubte Hasenfüsse, die feige vor den Schlägen fliehen, mit denen man sie ebenfalls ohne Mitleid und ohne Unterschied trifft. Am Abend desselben Tages ging ich über den öffentlichen Platz der Vorstadt, in der Nähe der Kosakenwache, und hörte, wie einer von ihnen zum anderen sagte: „Sie sollen 14 Juden totgeschlagen haben!" Der andere rauchte seine Pfeife und gab keine Antwort auf die Worte seines Gefährten. Neue Bücher. Mathias ÄCher: Achad Ha-'Am. Ein Denker und Kämpfer der jüdischen Kenaissauce. Jüdischer Verlag, Berlin 1903. Revue der Kultusgemeinden von Böhmen, Nr, l, Herausgeber Julius Bjndy, Horowitz. Für KiSCheneW. Zum Besten der Kischenewer Judeu hat der ,.Jüdische Verlag". Berlin, den Ertrag eines kleinen Buches bestimmt, welches die Judenmetzeleien von Kischeuew auf Grund von authentischen Materialien und Original-Berichten behandelt. (Der Schrift ist eine Anzahl von photographischen Beproduktionen beigegeben.) Der Preis des Buches ist auf eine Mark (exkl. Porto) festgesetzt worden, und es soll nun für die denkbar gröaste Verbreitung Sorge getragen werden. Besonders sei jüdischen Vereinen und Institutionen der Bezug und Vertrieb dieser Schrift nahegelegt, damit durch möglichst grosse Massenauflage die Hilfsaktion gestärkt und zugleich das öffentliche Gewissen aufgerüttelt werde. Bestellungen sind zu richten an den Jüdischen Verlag, Berlin SW., Grossbeerenstiasse 75.