Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 7 (7.1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 22 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22 deutung. Wenn der eingeborene Jude nicht mehr als Fremder, sondern als Rumäne betrachtet werden muss, als Rumäne freilich, der sich nicht des Besitzes der politischen Rechte erfreut, so ist für seine Existenz bereits eine gesetzliche Basis und damit die Möglichkeit gegeben, die Lösung der Judenfrage in Rumänien in wirksamer Weise in Angriff zu nehmen. Leider ist nicht vorauszusehen, dass die logischen Schlüsse Mandrea:s so bald auch praktische Bedeutung erhalten werden. Sofia Eine gewisse Unsicherheit, Furcht und Sorge bemächtigt sich der Einwohner Sofias. Die Nachrichten, dass jenseits der türkischen Grenze immer mehr und mehr türkische Truppen herangeführt werden, die Rüstungen im eigenen Lande, der Import von Kriegspferden aus Russland, die häufigen Ministerratssitzungen und die die Stadt durchziehenden Militärpatrouillen geben zu verschiedenen Gerüchten Aulass, und alle Welt glaubt, dass etwas geschehen wird. Die vor kurzem angekündigten drei antirussischeu (genannt sozialistischen) Meetings sind von der Polizei vereitelt worden. Auch der Grossrabbiner von Bulgarien veröffentlichte im offiziösen Blatte „Now Wjek", dass an den antirussischeu Demonstrationen keine Juden teilgenommen hätten. Nichtsdestoweniger predigen gewisse russophile Zeitungen gegen die Juden. Diese Biederen möchten dem grossen Onkel Russland nicht nachstehen, und es sind tatsächlich Ausschreitungen gegen Juden zu befürchten. Von Russland aus wird stark gegen die Regierung Petrow gearbeitet. Alles, was die gegenwärtige Regieiuug macht, nennen die von Russland bezahlten bulgarischen Patrioten Hochverrat und antibulgarisch. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die nächste Zukunft Ueberraschungen bringen wird. Neue Bücher. Im „Jüdischen Verlag", Berlin SW. 47, ist soeben erschienen : „Jüdische Statistik". Herausgegeben vom Verein für jüdische Statistik unter der Redaktion von Dr. Alfred Nossig. Wir verzeichnen aus dem reichen Inhalt folgende Arbeiten : E i n 1 e i t u n g von Dr. Alfred Nossig: Jüdische Statistik (Quellen, Bedeutung, Aufgaben, Organisation). Der erste Teil enthält eine Bibliographie der Jüdischen Statistik, ein Werk grossen Fleisses, hergestellt ven den Sektionen des Vereines für jüdische Statistik in den verschiedenen Ländern, die erste Grundlage für eine jüdische Weltstatistik. Der zweite Teil bringt statistische Arbeiten jüdischer Organisationen. Zum erstenmal ist es gelungen, fast sämtliche grosse jüdische Organisationen zu gemeinsamer Arbeit an einem dem Judentum gewidmeten Werke zu vereinigen. Mit dankenswerter Bereitwilligkeit haben dieselben dem Verein für jüdische Statistik durch ihre offiziellen Vertreter Berichte über ihre statistischen Arbeiten zukommen lassen. So giebt dieser Teil ein übersichtliches Bild von allem, was in der letzten Zeit auf dem Gebiete der jüdischen Statistik unternommen wurde. Er enthält: 1. Arbeiten des Vereines für jüdische Statistik. Von Louis Leopold, Generalsekretär des V. f. j. St. 2. Arbeiten der Jewish Kolonization Association. (Statistik der Juden in Russland.) — Mitgeteilt von Leo Bramsohn. Sekretär des Zentral-Komitees der J. C. A. in St. Petersburg. 3. Arbeiten des B n e i-B r i t h-0 r d e n s. (Erhebungen über die Lage der jüdischen Landbevölkerung in Baden.) — Von Dr. Julius Moses, Vorsitzenden der August Lamey-Loge in Mannheim, und Anderen. 4. Arbeiten der Oesterreichisch-Israelitischen Union und des Hilfsvereines für Galizien. (Enquete über die Lage der jüdischen Bevölkerung Galiziens.) — Von Siegfried Fleischer, Sekretär der Oest. I. U. 5. Arbeiten des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. — Von Dr. Wilhelm N e u m a n n, Generalsekretär des D. I. G. 6. Arbeiten der Angl o-A m e r ikanischen jüdischen Jahrbücher. (Statistik der Juden in England