Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 5 (5.1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 19 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19 Spitzer, Rosenbaum, Dr. Bloch, Fuchs, Dr. Hein, Dr. Elias, Neustadt!, v. Goldschmidt, Beer. Der Vorsitzende begrüsst die im neuen Vereinsjahr zum erstenmale vereinigten Herren des Vorstandes und des Beirates und gibt der Erwartung Ausdruck, dass die neugewählten Vorstandsmitglieder im Dienste der gemeinnützigen Sache und in Eintracht mit den anderen Collegen erfolgreich zusammenwirken werden. Gleichzeitig bittet er die Mitglieder des Beirates, auch fernerhin dem Vorstande mit ihrem erfahrenen und schätzbaren Rat zur Seite stehen zu wollen. Infolge einer die Institution des Beirates betreffenden Anfrage bemerkt der Vorsitzende erneuert, dass der Beirat eine' in den Statuten nicht vorgesehene, fakultativ vom Präsidium berufene Institution sei und lediglich konsultativen Charakter besitze, wie er dies schon bei seinem Amtsantritte vor zwei Jahren klargestellt habe. Auf der Tagesordnung befindet sich als einziger Gegenstand die in der letzten Generalversammlung angeregte und bereits vom früheren Vorstande wiederholt in Erwägung gezogene Agitation in Wien zum Zwecke einer Vergrößerung der Vereinsorganisation, sowie des Ausbaues der Rechtsschutzaktion. Gemäss den in der letzten Generalversammlung erfolgten Anregungen und entsprechend den Intentionen des Vorstandes empfiehlt es sich, diesen Ausbau bezirksweise vorzunehmen, da die schriftliche Agitation vermutlich in Folge des verzweigten Wiener Vereinslebens und des im Allgemeinen geringeren Interesses der Wiener Glaubensgenossen völligwirkungslos geblieben war. Da der Vorstand in seiner letzten Sitzung eine bezirksweise Ausgestaltung zum Beschlüsse erhoben hat, so bittet der Vorsitzende die anwesenden Herren, sich zu äussern, welche Form der bezirksweisen Agitation ihnen opportun erscheine, und bemerkt weiters, dass der Vorstand eine Namensliste jener Glaubensgenossen anlegen lasse, von denen in den einzelnen Bezirken eine Tätigkeit im Vereinsinteresse erhofft werden könne. Bei der hierauf erfolgten Diskussion bemerken die Beiräte Beer und Rosenbaum, dass die Obmänner der vorhandenen 9 Bezirkskommissionen sich wohl am besten eignen würden, die Agitation in die Hand Zu nehmen, da ihnen sowohl die Personalkenntnisse als Verhältnisse in den einzelnen Bezirken, nicht minder die Ziele und Wünsche der Vereinsleitung vollkommen bekannt seien. Vize-Präsident Prof. Ehrmann bemerkt, dass eine offizielle Inanspruchnahme der Bezirkskommissionen für Zwecke eines politischen Vereines vollkommen ausgeschlossen erscheine, da die Bezirkskommissionen Institutionen des Kultusvorstandes seien. Beirat Rosenbaum erwidert, dass er an eine Inanspruchnahme der Bezirkskommissionen auch nicht gedacht habe, sondern