Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 15 (1903)
- Issue
- 1 (1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Fortführung der Hilfsaktion nötigen Mittel gewinne. Dies dürfte jetzt nicht schwer sein, da der Verein durch die bedeutenden Erfolge, die er in der kurzen Zeit seines Bestandes erzielte, sich das allgemeine Vertrauen erworben hat. Nachdem die Arbeitswilligkeit und die Ausbildungsfähigkeit der jüdischen Bevölkerung in Galizien unzweifelhaft erwiesen wurde, mögen jüdische Industrielle und Exporteure sich der galizischen Arbeitskräfte zur Erzeugung ihrer Exportartikel bedienen. Mit dem Danke an alle, die den Verein besonders gefördert haben : das Kuratorium der Baron Hirsch-Stiftung, den „Hilfsverein der Deutschen Juden" in Berlin, das „Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden" in Frankfurt a. M., die israelitischen Humanitäts- Vereine „B'nai B'rith" und die jüdische Presse, schloss der Vorsitzende die Versammlung. Die ausgelosten Mitglieder der Vereinsleitung wurden wiedergewählt. Neugewählt wurde Herr Salo T e d e s k o-Wien. In den Aufsichtsrat wurden neugewählt die Herren Julius G r a n i c h s t ä d t e n-\Vien und Ferdinand Low y-Wien. In das Schiedsgericht wurde neugewählt Herr kais. Rat Heinrich Kl i n g e r, Präses der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Der „judenreine" Deutsche Schutverein. Der unter dieser Spitzmarke in der letzten Nummer der .. Monatsschrift'• erschienene Bericht dürfte in vielen jüdischen Kreisen ein lebhaftes Interesse erweckt haben. Die Antwort des Herrn Dr. Weitlof wird nur diejenigen täuschen können, welche sich durchaus täuschen lassen wollen, um den Konsequenzen zu entgehen, welche die klare Erkenntnis der Sachlage gebieterisch fordern würde! — Mit diplomatischer Zartheit spricht Herr Dr. Weitlof von einer „gewissen Ingerenz", welche den Ortsgruppen auf die Aufnahme der Mitglieder eingeräumt wurde. Aus der liberalen Vertuschungssprache in gut Deutsch übersetzt, heisst das — was übrigens jeder Zeitungsleser weiss —: Die Hauptversammlung in Troppau hat dem Drängen der radikalen Antisemiten Rechnung getragen und die Bildung judenreiner Ortsgruppen gutgeheissen. Herr Novotny hat sich—wie man sieht — ganz unnützerweise einer kleinen Unannehmlichkeit ausgesetzt; er hätte, anstatt das häfsliche Wort „judenrein" zu gebrauchen, viel schöner ganz dasselbe sagen können mit den unschuldigen Worten seines Meisters: ,.Der Deutsche Schulverein hat auch in akademischen Kreisen mehr Anhänger gefunden, seitdem er den Ortsgruppen eine „gewisse" Ingerenz aul die Aufnahme der Mitglieder eingeräumt hat." Also, Herr Novotny — immer hübsch liberal — zweideutig sprechen und nicht gar so undeutsch! Sonst fühlen sich am Ende auch die Ohren der bisher noch schwerhörigen Juden beleidigt und Sie kriegen dann am Ende nicht bloss in St. Veit, sondern auch in