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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-10-01 · 10 (10.1902) · p. Seite 16

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
10 (10.1902)
Date
1902-10-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 sehnliche Rolle spielte. Und auch dem alten tapferen Breslauer Arzte Asch, der im Revolutionsjahre 1848 ein schneidiger Demokratenführer war und sich bis zu seinem vor wenigen Jahren erfolgten Tode unbeugsam zu den Idealen seiner Jugend bekannte, wäre ich gern in der „Jewish Encyclopedia" begegnet. Ich habe sicher nichts dagegen einzuwenden, dass die Sängerin Lola Beeth in dieser grossen Gedenkhalle des Judentums einen Platz gefunden hat; aber ich denke, es sei ein Gebot der Gerechtigkeit, auch weniger im Lichte des Augenblicks strahlende Sterne nicht zu vergessen, wenn sie nur eben einmal an dem weitgedehnten jüdischen Himmel, sei es auch in bescheidenerem Glänze, geleuchtet haben. Kann aber diese kritische Randbemerkung auch nur im entferntesten den unschätzbaren Wert und die einleuchtende Bedeutung dieser „Jewish Encyclopedia" beeinträchtigen? Ich denke: nein. Sie nimmt nur den bescheidenen Versuch einer Ergänzung für sich in Anspruch. Und so gross, so respekteinflössend die Zahl der gelehrten und rüstigen Mitarbeiter an dem Werke ist — von einem der bedeutendsten unter den ungarischen Mitarbeitern, Wilhelm Bacher, finden wir Biographie und Porträt in diesem zweiten Bande — es versteht sich doch gerade bei der fast unerschöpflichen Stoffülle beinahe von selbst, dass allerorten freiwillige Mitarbeiter von ihrem Wissen emsig zu dem Werke hinzutragen, was ihnen in dasselbe zu gehören scheint. Auch hier kann sich das Gefühl der "Stammessolidarität, das durch die Note des amerikanischen Staatssekretärs Hay so mächtig aufgerüttelt wird, rühmlich bewähren, denn auch hier kommt von Amerika dem Judentum der ganzen Welt ein erleuchtendes Werk, mit dem es sich stolz vor allen zivilisierten Nationen produzieren kann, denn dieses Werk ist ein unwidersprechlicher Beweis, dass das Judentum nicht müssig gewesen ist, seine eigene geistige und kulturelle Entwicklung in gleichem Schritte zu erhalten mit der Geamtkultur und dem geistigen und sittlichen Leben aller Zeiten. (..Pester Lloyd") Wilhelm G o 1 d b a u m.

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