Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 14 (1902)
- Issue
- 8 (8.1902)
- Date
- 1902-08-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 etwas auszurichten vermögen. Wahre Hilfe kann nur durch grundlegende soziale, ethische und wirtschaftliche Aufrichtung herbeigeführt werden. Es ist Aufklärung hierüber herbeizuführen: 1. bei den Stellen, die sieh zur internationalen Bekämpfung des Mädchenhandels verbinden, 2. bei der öffentlichen Meinung aller Länder. Dem Komitee wird die Fortsetzung der von ihm in dieser Hinsicht ergriffenen Massnahmen dringend empfohlen. X. Zu demselben Zwecke richtet die Versammlung an alle Glaubensgenossen in Deutschland die Bitte, zu Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels zusammenzutreten un„d in Verbindung mit dem Hamburger Komitee und den grossen nationalen und internationalen Organisationen an dem gleichen Werke mitzuarbeiten. Endlich wird zu Leitsatz Xr. VIII. folgendes anheimgegeben: XI. Es ist möglichst in Verbindung mit allen bestehenden jüdischen Vereinen eine erziehliche, wirtschaftliche und ethische Fürsorge für die im fremden Lande gefährdeten Mädchen in die Wege zu leiten. — Ferner ist der Ausbau der von den Logen begründeten Arbeitsnachweise nach Kräften zu betreiben. Die erwähnte freundschaftliche Warnung hat folgenden Wortlaut : „Freundschaftliche Warnung an jüdische ins Ausland reisende Frauen und Mädchen! Schlechte Menschen treten oft unter dem Schein der Ehrbarkeit an Frauen und Mädchen mit Vorspiegelungen und Versprechungen heran. In der Heimat oder auf der Eeise wird von Verheiratung oder guten Stellungen und dergl. erzählt. Ja, Leute, die sich das Ansehen wohlhabender Personen zu geben wissen, gehen Scheinheiraten ein; falsche Papiere werden angefertigt; täuschende Anstellungsverträge abgeschlossen. Erst im fernen Lande, wenn es zu spät, wenn eine Rettung nicht mehr möglich ist, werden dann die irregeleiteten Mädchen und Frauen gewahr, dass sie durch Schufte, in deren Gewalt sie gerieten und die sie ausbeuteten, um ihr Lebensgiück unwiederbringlich betrogen wurden. Tausende sind, statt in zufriedenstellende Verhältnisse, wie sie erwarteten, der Schande, der Abhängigkeit, dem Siechtum und dem frühen Tode verfallen. Leider ist es für unerfahrene, weibliche Personen nicht leicht ausfindig zu machen, öb die sich ihnen nähernden Männer oder Frauen in allen Fällen das sind, wofür sie sich ihnen gegenüber ausgeben möchten. Aber keine Jüdin braucht sich zu fürchten und verlassen zu fühlen; denn auf-der ganzen Erde, überall, wo Juden wohnen, sind anerkannte, ehrenhafte und hochherzige Männer und Frauen, die sich derer, die sich an sie wenden, ernsthaft, selbstlos und hingebend anzunehmen bereit sind. Jüdische Frauen und Mädchen! Wenn Ihr Schutz und Hilfe gegen Unbill, die Euch bedroht oder Euch widerfahren ist, suchet, so wendet Euch an eine der untenstehend angegebenen Adressen. Ohne