Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 14 (1902)
- Issue
- 7 (7.1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 dazu beigetragen hat, dass der Tempelbesuch ein reger ist. Auch als Vertrauensmann der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" hat sich Herr Weinberger durch energische Wahrung der Ehre und Rechte unserer Glaubensgenossen hervorragende Verdienste erworben. Die Kultusgemeinde Tulln mit den Gerichtsbezirken Klosterneuburg, Kirchberg a. W. und Atzenbrugg ist eine der ärmsten Kultusgemeinden, aber die Vorsteher mancher reicherer Gemeinden Niederösterreichs könnten sich an dem musterhaften, gemeinnützigen Wirken des Herrn Weinberger ein Beispiel nehmen. Hamburg. (Kongress zur Bekämpfung des Mädchenhandels.) In den Räumen der Henry Jones-Loge (Hotel zu den drei Ringen) und unter dem Vorsitz des Herrn Gustav T uc h- Hamburg, dem Präses des von der Grossloge „U. O. B. B." eingesetzten Komites zur Bekämpfung des Mädchenhandels, tagte hier eine Vertreter-Versammlung der jüdischen Verbände, um über die Stellungnahme zu der Frage der Bekämpfung des Mädchenhandels zu beraten. Ausser einer grossen Anzahl von Logen „U. O. B. B." und dem Hilfsverein deutscher Juden waren unter anderen durch Delegierte vertreten: die „Alliance israelite universelle", die ,.Jewish Colonisation Association*4, der „Israelitische Verein für weibliche Fürsorge" in Frankfurt a. M., der „Israelitisch-humanitäre Frauen-Verein" in Hamburg, der „Israelitische Verein zur Unterstützung für Obdachlose" in Hamburg. Auch die Gemeinde-Vorstände von Hamburg und Altona waren durch Deputationen vertreten. Der Vorsitzende begrüsste die zahlreich Erschienenen und betonte die Notwendigkeit, ideell und materiell zusammenzuwirken zur Ausrottung des schmachvollen Mädchenhandels. Nach mehr als vierstündiger Verhandlungsdauer wurden die folgenden vom Komite vorgeschlagenen Thesen einstimmig angenommen: 1. Die Versammlung billigt die bisherige Wirksamkeit des Komites, wünscht die Fortsetzung seiner Arbeit und wird möglichst energische Erweiterung erstreben. 2. Sie spricht ihre Befriedigung aus über die Aufnahme des Komites als Zweig-Abtheilung des Deutschen National-Komites. 3. Die Bestrebungen zur Herbeiführung umfassender, international administrativer und kriminalistischer Einrichtungen zur Unterdrückung des Mädchenhandels finden die lebhafte Sympathie der Versammlung. 4. Die zahlreiche Beteiligung an nationalen Konferenzen und internationalen Kongressen von jüdischer Seite ist im Interesse der Antisklaverei-Bewegung dringend erwünscht. 5. Die stete Verbindung zwischen dem Komite zur Bekämpfung des Mädchenhandels und den grossen jüdischen Vereinigungen ist aufrecht zu erhalten und so eng wie möglich zu gestalten. 6. Die „Freundschaftliche Warnung an allein reisende Frauen und Mädchen", die jetzt mit etwa 60 Namen versehen ist, wrohin Auskunft- und Hilfesuchende sich wenden können, muss durch weitere Namensnennungen vervollständigt und dann ständig in zahlreichen Exemplaren verbreitet werden. 7. Aussendung von Sendschaften zur sittlichen, geistigen und wirtschaftlichen Aufrichtung nach den osteuropäischen Quellengebieten der Versumpfung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Komites. Die Bearbeitung und Durchführung dieser Aufgabe wird dem Komite anheimgegeben. Auf Antrag des Vertreters des Hilfsvereines der deutschen Juden, Dr. Paul Nathan- Berlin, wird noch das Folgende beschlossen: 8. Zu demselben Zwecke richtet die Versammlung an alle Glaubensgenossen in Deutschland die Bitte, zu Komites zur Bekämpfung des Mädchenhandels zusammenzutreten und in Verbindung mit dem Hamburger Komite und den grossen nationalen und internationalen Organisationen an dem gleichen Werke mitzuarbeiten. — Ferner wurde auf Veranlassung der Vertreterinnen des „Israelitischen Hilfsvereines" Frankfurt a. M., Ab-