Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 14 (1902)
- Issue
- 1 (1.1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Heimatsgesetzes vom 3. December 1807). die Heimatszuständigkeit in Eger thatsächlich erworben hat. Gegen diese Entscheidung bleibt die binnen 14 Tagen bei der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Eger einzubringende Berufung an die k. k. Statthalterei in Prag freigestellt." Correspondenzen. Bisenz, 26. December. Unsere ehrwürdige „Chewr^ Kadischa" veranstaltete gestern unter Vorsitz ihres verdienten Präsidenten Herrn Hermann Fr an kl ihr diesjähriges Brudermahl, welchem als Ehrengäste Herr Cultusvorsteher Königstein, Ehrw. Rabbiner Dr. Hoff und, über besondere Einladung des Vorstandes, der Secretär der „Oesterreichisch-Israeliti-chen Union" Herr Siegfried Fleischer beiwohnten. Der Vorsitzende begrüsste die Gäste und Mitglieder in herzlichster Weise und grab einen kurzen Ueberblick über die Entwicklung der „Chewra Kadischa", welchem wir die erfreuliche Thatsache entnehmen, dass der Vermögensstand der frommen Bruderschaft im abgelaufenen Jahre einen Zuwachs von K 2000 erfuhr und gegenwärtig mehr als K 34.000 beirägt. Nach dem vom Gemeinderaihe Glaser ausgebrachten officiellen Trinkspruche aut den Kaiser trank Herr Cultusvorsteher Kön i g s t e i n auf den Vorstand der Chewra Kadischa", Rabbiner Dr. Hoff auf den Vorstand der Cultusgemeinde und Herr Paul Juhn auf den Delegierten der Oesterreichisch- Israelitischen Union". Auch der Bürgermeister der politischen Israeliten-Gemeinde, Herr Grün bäum, feierte die segensreiche Wirksamkeit der „Union1* und die unermüdliche Thatkraft ihres ersten Secretärs. Mit lebhaftem Beifall begrüs-t, nahm sodann Secretär Fleischer das Wort, um für die Auszeichnung zu danken, die seinem Vereine durch die Einladung zu der heutigen Feier erwiesen worden sei, eine Auszeichnung die den Beweis liefere, dass der Gedanke der Selbstverteidigung, den er im Frühjahr in Bisenz verkündete, hier feste Wurzel geschlagen habe, und dass die „Union" von allen jüdischen Körperschaften den praktischen Bedürfnissen der österreichischen Juden am nächsten komme. (Stürmische Zustimmung.) Redner entwickelte sodann in grossen Zügenein Bild der Recntsschutz- Thätigkeit der „Union", verwies auf das weitausgreifende Programm in der Antrittsrede desneuen Präsidenten Herrn Paul-S c h i ff, forderte zu weiterer rastloser Werbearbeit auf und leerte sein Glas auf das Wohl und Gedeihen der Bisenzer Cultusgemeinde. Herr Körner aus ^erawitz liess der „Union" und deren Vertreter einen Mischeberach machen und spendete K 5 für das Rechtsschutzbureau. Zahlreiche Anwesende, namentlich aus den umliegenden Ortschaften, meldeten ihren Beitritt zur „Union" an. Es folgten noch Reden und Gesang in fröhlicher Abwechslung, wobei insbesondere die beiden Herren Cantoren Weiss und Schulz sich durch künstlerische Leistungen den Dank der Versammlung erwarben. Erst in früher Morgenstunde endete das schöne Fest, dessen würdiger Verlauf anderen derartigen Veranstaltungen als Muster dienen kann. Prag. (Svuj k s v e m u!) Der czechische Bürger-Club des Vorortes Weinberge wollte mit Zustimmung der Gemeindevertretung Placate affichieren, welche die Aufforderung enthielten, nicht bei Deutschen und Juden zu kaufen. Die Behörde verbot die Placatierung und confiscierte die gesammte Auflage der Affichen. Berlin. (Zur Gleichstellung der Juden.) Wie der „Kölnischen Zeitung" von zionistischer Seite geschrieben wird, beabsichtigt der deutsche Rabbiner-Verband bei der Regierung dahin vorstellig zu werden, dass die jüdische Religion in Zukunft in religiöser