Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 12 (12.1901)
- Date
- 1901-12-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 24 — müse- und Gartenbau beschäftigen und 10.274, die in den Tabakspflarizungeii arbeiten. Diese Zahlen stammen aus Iruberen Jahren, aber man wei.-s in Russland, dass sich die Zahl der als landwirtschaftliche Taglöhner arbeitenden Juden vergrössert hat. Seit einiger Zeit arbeiten tausende von jüdischen Arbeitern währe d der Ernte auf den Feldern christlicher Besitzer. Sie verdienen tägh* h 30 bis 35 Kopeken. Wenn man von jüdi chen Landwirten spricht, sagt Leonty S o 1 o w e it s c h i k, muss man auch die Juden in Kaukasien erwähnen, deren Existenz wenigen bekannt sein mag. Ihre Anzahl beträgt nach v. Eckert 30—40.000 oder nach den Angaben Aniximows 21.000. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit der Landwirtschaft, der Waffenfabrikation, dem Gartenbau und der Anlage von Weinbergen und Tabakspflanzungen. (Unter diesen Juden existiert noch die Vielweiberei. Sie sind wegen ihrer Gastfreundschaft bekannt.) Kurz, es ist klar, da>s d e Juden die Landwirtschaft nicht verschmähen, dass sogar der Minister der Domänen von den jüdischen Landwirten in Si irien sagen konnte, dass überall, wo sie sich als Landwirte einrieb en konnten, sie es gethan haben, und zwar mit Erfolg. Füge i wir noch hinzu, dass das landwirtschaftliche Werk der Alliance eine ziemden bedeutende Ausdehnung annimmt, wa> genügend beweist, dass die Juden d^r Bodenarbeit ebensowenig Widerwillen entgegenbringen wie jeder anderen.**") ***) Um genau zu sein, fuliren wir nach den landwirtschaftlichen Schulen in Jaffa und Üjedeida. Die erste zählt augenblick ich 200 Schüler, nie letztere mehr als 130. Augenscheinlich ist das wenig genug, in Anbcrächt dessen, was noch gethan werden muss. Wenn wir diese Beispiele anführen, wollen wir beweisen, dass die Juden den Abscheu vor der landwirtschaftlichen Arbeit, den man ihnen zuschreibt, nicht haben. Im Monat October 1897 lichtete eine grosse Menge jüdischer Handwerker eine Petition an die Königin Victoria, worin sie um die Erlaubnis baten, auf der Insel Gypem eine landwirtschaftliche Coionie gründen zu dürfen. Fortsetzung folgt.