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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-12-01 · 12 (12.1901) · p. Seite 12

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
12 (12.1901)
Date
1901-12-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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— 12 — argen Schlägerei, bei welcher mehrere Juden verletzt wurden. Der Bezirkshauptmann in Gaya, an welchen die Anzeige erstattet wurde, machte den Bürgermeister von Dambofitz persönlich für die Aufrechterhaltung der Ruhe haftbar. Trotzdem wurde am 19. November nachts in der Judengasse wieder excediert und den Juden die Fenster eingeschlagen. Ferner wurden die jüdischen Zeugen, die anlässlich der gegen die Excedenten eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung zum Bezirksgerichte nach Steinitz kamen, von den Bauernburschen insultiert und thätlich angegriffen. Da die Angelegenheit voraussichtlich beim k. k. Landesgerichte in Brünn zur Verhandlung gelangen dürfte, hat unser Rechtsschutzbureau den betheiligten Glaubensgenossen üDer deren Ansuchen einen Rechtsbeistand bestellt. * Boycott gegen jüdische Aerzte und Advocaten. In der zu Tetschen-Bodenbach erscheinenden „Nordböhmischen Volkszeitung" vom 9. November 1901 war eine Notiz unter der Spitzmarke : „Verjudung der Städte Tetschen-Bodenbach" enthalten, in welcher offen zur Boycottierung der dortigen jüdischen Aerzte und Advocaten, somit im Sinne des § 302 St.-G. zu feindseligen Parteiungen der Einwohner des Staates, aufgefordert wurde. Wir haben unter Berufung auf die Plenarentscheidungen des Obersten Gerichtshofes vom 27. October 1896, Z. 11384 und 12.385 und der oberstgerichtlichen Entscheidung im Falle Ignaz Wojs gegen das genannte Blatt die Strafanzeige an die k. k. Staatsanwaltschaft Leitmeritz erstattet Antisemitische Lügen. Am 12. November erschien in der „Deutschen Zeitung" eine Notiz des Inhaltes, dass in Mielec der 19jährige Israel Schönfeld unter dem Verdachte der Brandlegung verhaftet und an das Strafgericht in Tarnow eingeliefert wurde,; dass ferner eine gewisse Zierel Schönfeld, die gleichfalls der Brandlegung verdächtig sei und verhaftet werden sollte, sich rechtzeitig aus dem Staube gemacht habe, und dass gegen sie ein Steckbrief erlassen wurde. Die „Deutsche Zeitung" hat nun am v26. November folgende Berichtigung erhalten: „Es ist unwahr, dass eine gewisse Zierel Schönfeld in Mielec, welche ebenso wie Israel Schönfeld, der Brandlegung gleichfalls verdächtig ist und verhaftet werden sollte, sich rechtzeitig aus dem Staube gemacht hat und dass gegen sie ein Steckbrief erlassen wurde. Wahr ist, dass Israel und Zierel Schönfeld der Brandlegung nicht mehr verdächtig sind, sondern dass ihre Unschuld gerichtlich erwiesen ist, indem beide bei der am 12. November 1. J. in Tarnow stattgefundenen Schwurgerichtsverhandlung einstimmig freigesprochen wurden." * Am 8. November d. J. brachte die „Deutsche Zeitung" folgende Notiz; Des Mordes verdächtige Juden. Aus Neu-Sandec wird gemeldet: Vor einiger Zeit wurde aus dem Flusse Dunajec die Leiche einer gewissen

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