Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 11 (11.1901)
- Date
- 1901-11-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 19 — seine schätzbaren Kräfte weiterhin den Zwecken der „Union" zur Verfügung zu stellen." (Lebhafter Beifall.) Kais. Rath Adolf Ruzicka wird hierauf unter sympathischer Begrüssung per Acclamation zum Ehrenmitgliede ernannt. Vorsitzender Prof. Dr. E h r m a n n: „Ich begrüsse Herrn kais. Rath Ruzicka als das neueste Ehrenmitglied auf das herzlichste und bitte ihn, die „Union" weiterhin mit Rath und That unterstützen zu wollen." Kais. Rath Ruzicka: „Hochgeehrte Generalversammlung! Es ist mir ein eigenartiges Gefühl, wenn ich angesichts dieser Auszeichnung — es ist die höchste, die ein Verein zu verleihen hat — darauf zu reagieren habe. Es wäre mir am liebsten gewesen, wenn Sie sich damit begnügt hätten, anzuerkennen, dass ich einen Weg gesucht habe, die Judenschaft ganz Oesterreichs zu einigen, und wenn nicht gleich darauf in barem gezahlt worden wäre. Diese Auszeichnung für jemanden, der gar keine Ambition hatte, eine äusserliche Anerkennung zu empfangen, diene mir als Beweis Ihrer Freundlichkeit und guten Gesinnung. Und diese sind mir so wertvoll, dass ich diese Form entgegennehme und Ihnen herzlichst dafür danke. Wenn ich nach meiner kurzen Thätigkeit in der „Union" eines mit Genugthuung sage, so ist es das Bewusstsein, dass ich hier so viele Freunde habe. Ich will nicht ins Detail gehen, aber eines möchte ich daran anschliessen. Sie haben in Ihrem Vice-Präsidenten eine Perle. Hüten Sie sie, dass sie Ihnen nie verloren gehe. Wenn Sie das imstande sind, haben Sie der „Union" den grössten Dienst geleistet. Er strebt keine Anerkennung an und hat keinen anderen Wunsch, als im gemeinsamen Dienste zu arbeiten. Sie können diesen Mann nicht genug schätzen, und indem ich auf seine Tugenden verweise, wünsche ich der „Union44 eine günstige Zukunft, sie wachse und gedeihe!" Der Präsident schliesst hierauf den officiellen Theil der Sitzung. Aus unserem Rechtsschutz und Abwehr-Bureau. Die Blutiüge. Ein bei P e k 1 o in der Nähe von Neustadt an der Mettau an einem 15jährigen Mädchen verübter grausamer Mord bot dem Wiener „Deutschen Volksblatt" neuerlich Anlass zu einer schwungvollen R i t u a 1 m o r d h e t z e. Es entsendete Berichterstatter an Ort und Stelle und brachte spaltenlange, sensationell zugestutzte Berichte über die Blutthat. Die Staatsanwaltschaft hat jene Stellen, welche den Verdacht nach einer bestimmten Richtung lenken sollen, confis eiert und nach den eigenen Angaben des „D. V." gedroht, seine Redacteure einzusperren, wenn sie die Hetze fortsetzen würden. Die