Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-11-01 · 11 (11.1901) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
11 (11.1901)
Date
1901-11-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9756662-9602173-9602374--0220-9602391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

eigene Rechnung für diese Zwecke einrichtete. In 15 galizischen Ortschaften wurden 12 Lehrerinnen bestellt, wodurch 15—1600 Mädchen und Frauen den nöthigenUnterricht erhielten. Davon stehen schon 1000 im Verdienst und verdienen durchschnittlich 25—50 kr. per Tag. Das ist allerdings ein kleiner Betrag, aber für Galizien bedeutet er sehr viel. Doch hoffen wir, dass schon in kurzer Zeit derselbe Verdienst erreicht werde, wie ihn die Unternehmer in Böhmen und Schlesien bezahlen. Das ist ein täglicher Durchschnittsverdienst von 75 kr. Auch sind wir berechtigt, anzunehmen, dass wir die Zahl der erwerbsfähigen Frauen und Mädchen im Laufe des Winters auf 2000 bringen werden. Das ist allerdings nur der Anfang. Wir haben mehr Industriezweige in Aussicht genommen und hoffen es durch die Unterstützung unseres überaus tüchtigen Präsidenten Herrn Paul -Schiff noch zu viel bedeutenderen Erfolgen zu bringen. Der Präsident kann nicht alle Vorzüge und alle gutenEigenschaftenhaben. Aber vorallemmuss er die Fähigkeit haben, jederzeit jeder vernünftigen Anregung zugänglich zu sein und sofort zuzugreifen, wenn es der Augenblick erheischt. Dass Herr Paul-Schi ff diese Fähigkeit besitzt, hat er als Vorsitzender im „Galizischen Hilfsverein" bewiesen, deshalb empfehle ich Ihnen aus vollem Herzen und im Bewusstsein der Verantwortung, die ich auf mich lade, Herrn Paul-Schiff zum Präsidenten zu wählen. (Beifall.) Vorsitzender Prof. Dr. E h r mann verliest einen Brief des Gandidaten, in welchem dieser seine Abwesenheit entschuldigt und seine Bereitwilligkeit erklärt, die ihm zugedachte Ehrenstellung anzunehmen und seine beste Kraft für die „Union" einzusetzen. Das Schreiben wird mit lebhaftem Beifall zur Kenntnis genommen. Dr. Alexander Kolin: „Ich bin mit dem Antrage nach jeder Hinsicht einverstanden und halte es für nothwendig, im Vereinsinteresse eine Bemerkung zu machen. Es dürfte auffallend erscheinen, dass, nachdem vom Vereine die Verdienste des Herrn kais. Rathes Ruzicka öffentlich hervorgehoben werden, nicht wenigstens das Bestreben zum Ausdruck kam, den Herrn kais. Rath zur Beibehaltung dieser Ehrenstelle in nachdrücklicher Weise zu veranlassen. So auffallend dies vielen Mitgliedern der „Oesterreichisch-Isi aelitischen Union" sein muss, ich habe Gelegenheit gehabt, volle Aufklärung zu bekommen, und die erhaltenen Aufschlüsse haben mich vollkommen überzeugt, dass alle Bemühungen, den Herrn kais. Rath Ruzicka zur Beibehaltung der Präsidentenstelle zu veranlassen, vergebens sein würden. Ich wünsche also, dass heute darauf Rücksicht genommen und bei der Abstimmung bekundet werde, dass unser Verein nicht nur dem Namen nach, sondern auch dem Wesen nach eine Union ist. Deshalb glaube ich die Einstimmigkeit Ihres

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.