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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-09-01 · 9 (9.1901) · p. [Seite]

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
9 (9.1901)
Date
1901-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union. Nr. 9 Wien, September 1901 13. Jahrgang AxfMvwv\rüwvy/rwvvwvv^ tiin*iii>i">il<k>iAM"i'*ii**><>*'*aA*'" Hand ans Werk. Wiederholt hatten wir Veranlassung, über die Indolenz unserer Wiener Glaubensgenossen in der Wahrung ihrer staatsbürgerlichen Eechte gegenüber antisemitischen Angriffen Klage zu führen. Diese Indolenz bekundet sich auch gegenüber dem von der „Oesterreichisch- Israelitischen Union" erlassenen Aufruf, für die Eegelung des Heimatsrechtes auf Grund des am 1. Jänner d. J. in Kraft getretenen neuen Heimatsgesetzes Sorge zu tragen und sich zur Erwerbung desselben der unentgeltlichen Vermittlung unseres Eechtssehutzbureaus zu bedienen. Diesem Auf ruf haben bisher nicht viel über 400 Glaubensgenossen entsprochen, obwohl wir nicht müde wurden, auf die erheblichen politischen und wirtschaftlichen Nachtheile hinzuweisen, welche die Incongruenz der Staatsrespective Gemeindezugehörigkeit mit dem dauernden Wohnsitze, namentlich für die Kinder, zur Folge habe. Die Sache ist aber zu wichtig, als dass uns die Apathie unserer Glaubensgenossen abschrecken dürfte, die einmal begonnene Arbeit consequent weiterzuführen. Der passive Widerstand, dem wir begegnen, spornt uns nur zu verdoppelter Anspannung unserer Kräfte. Wir sind uns bewusst, dass bisher fast alles verabsäumt wurde, um die Wiener Judenschaft auch politisch zu erziehen, dass aber eine energische Thätigkeit nach dieser Eichtling unerwartet reiche Früchte tragen muss. Seit zwei Decennien dulden unsere Glaubensgenossen in der Haupt- und Eesidenzstadt Schmach und Ungemach von der herrschenden Partei, ohne sich auch nur ein einzigesmal Eechenschaft darüber gegeben zu haben, welche Waffen ihnen zugebote stehen, um diese Partei zu bekämpfen und niederzuringen. Man nahm die Niederlagen im Wahlkampfe mit fatalistischer Eesignation als etwas Unabänderliches, als eine Fügung des Schicksals hin, obgleich die Entscheidung oft nur an wenigen Stimmen hieng. Die „Oesterreichisch-Israelitische Union" hat sich nun der Aufgabe unterzogen, zu beweisen, dass diese der freisinnigen Wählerschaft mangelnden Stimmen auf legale Weise aufgebracht werden können. Es bedarf nicht der horrenden Wahlfälschungen, nicht der massenhaften Wählerverschiebungen, deren sich die antisemitische Partei bediente, um in einzelnen Bezirken den Sieg an die Fahne des Freisinns zu fesseln. Es braucht nur jeder Jude die Pflicht, die er durch seinen Wohnsitz in dieser Stadt und durch den Genuss aller gesellschaftlichen

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