Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 5/6 (Mai/Juni 1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 dadurch Ihren Dank auszudrücken, dass wir uns von den Sitzen erheben. (Stürmischer Beifall.) Professor Dr. Ehr mann bringt den Vorschlag des Vorstandes, zwei Herren zu Ehrenmitgliedern zu ernennen in Antrag. Es sind dies die Herren Landesgerichtsrath Dr. Jacob Kohn, der durch viele Jahre dem Vereine als dessen Vicepräsident die erspriesslichsten Dienste geleistet hat, sich aber jetzt von der Theilnahme an der Leitung zurückziehen muss, und Rabbiner Dr. Schmied], dessen Verdienste allen bekannt seien, der durch profundes Wissen und reinen Charakter hervorrage und sein 80. Lebensjahr im Dienste der Judenthums zurückgelegt habe, (Wird einstimmig angenommen.) Präsident dankt der General-Versammlung und bittet, mit Rücksicht auf die vorgerückte Stunde den Punkt 5 der Tagesordnung an der Tafel zu erledigen, (Die Sitzung wird unterbrochen.) Anträge und Interpellationen. Nach halbstündiger Pause übernimmt der Vicepräsident Professor Dr. Ehr mann den Vorsitz und eröffnet die Debatte über Punkt 6 der Tagesordnung: „Anträge und Interpellationen". Architekt Max Fleischer: Ich habe in der „ Oesterreichischisralitischen UnionM nicht oft, und auch nur dann das Wort ergriffen, wenn ich einen Vortrag zu halten hatte. An politischen Debatten habe ich mich nie betheiligt, weil ich davon nichts verseteh. Auch ich erhielt ein Schreiben vom Herrn Präsidenten, in welchem er mich ermahnt, in die Versammlung zu kommen. Ich bin sonst kein renitentes oder abwesendes Mitglied; ich bin, wenn nicht aus Gesundheitsrücksichten verhindert, immer erschienen. Heute war es mir ein Herzensbedürfnis zu erscheinen. Sie haben gehört, welche Thätigkeit die „Oesterr.-Israel. Union" in diesem Jahre entfaltet hat, und welche ernste Aufgaben sie in Anspruch nehmen. Nichtsdestoweniger hat man auch Zeit gefunden, sich mit mir zu befassen und mir anlässlich meines 60. Geburtstages Glückwünsche darzubringen. Sie haben diesem Schritte zugestimmt, als er im Berichte erwähnt wurde. Lassen Sie mich Ihnen von ganzem Herzen für diese mich sehr ehrenden und auszeichnenden Glückwünsche danken. (Beifall.) Erster Secretär Hr. Siegfried Fleischer bringt eine Zuschrift des Vereinsmitgliedes Dr. David Popper in Horazdiowitz zur Verlesung und beantragt, das Meritum dem Vorstande zur Berathung und Beschlussfassuug zuzuweisen. Der Brief lautet: Löbliche Oesterreichisch-Israelitische Union Wien! Zufolge Ihrer freundlichen Zuschrift vom 29. d. M. beehre ich mich meinen Antrag zu wiederholen. Da die Armenpflege innerhalb der Gemeinde nur von der Gemeinde selbst am besten besorgt werden kann, weil sie ihre Armen kennt und wissen wird, wie jedem einzelnen geholfen werden kann, ohne ihn der Notwendigkeit zu entheben, sich einen redlichen Erwerb