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Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1898-04-01 · 103 (4.1898) · p. Seite 11

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Journal
Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
10 (1898)
Issue
103 (4.1898)
Date
1898-04-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 103. Mittheilungen der Oesterr.-Israel. Union. 11 keit, die ihm zustiess, ausrief: Gamsu! Auch dieses soll mir zum Heile werden! Und so sollen auch die Widerwärtigkeiten unserer Gegenwart heilsame Wirkung auf u n s ausüben. Sie sollen uns aufrütteln zu einem heilsamen Rückblick. Die Ghettomauern sind gefallen, aber jene geistigen Factoren, die das Leben mitten im Ghetto verklärt hatten und die ich Ihnen heute zu schildern versuchte, sie sollen uns nicht entschwunden und verloren sein. Und auch jene fromme Gilde aus der Ghettozeit, „die Harrer auf den Morgen", sie möge uns noch immer ein Vorbild bleiben: Wir wollen noch weiters harren auf den Morgen — zugleich aber auch t h a tkräftigst daran arbeiten, umsein eiidlichesNahen. baldigst begrüssen zu können. Die mit seltener Eloquenz vorgebrachten Ausführungen des geistvollen Redners ernteten stürmischen Beifall seitens der Versammlung, und wurde der greise Rabbiner von allen Seiten bejubelt und beglückwünscht. & Nach dem Vortrage machte der Vorsitzende einige Mittheilungen aus dem Schosse des Vorstandes. Dieselben riefen eine lebhafte Debatte hervor, an welcher sich die Herren: Rabbiner S o r, Salomon Beer, Fleischer, Hollitscher, Dr. Bloch, Sigmund Mayer, Schwarz und Gemeinderath Dr. Alfred Stern betheiligten. Die Versammlung währte bis Mitternacht. * * * Vom Herrn Abgeordneten Dr. Ferd. Kronawetter, den der Vorstand der „0österreichisch-Israelitischen Union" zu seinem 60. Geburtstage gratulirte, erhielten wir folgendes Schreiben : Geehrte Herren! Ich danke Ihnen aus vollem Herzen für die Glückwünsche, welche Sie mir anlässlich meines 60. Geburtstages entgegenbrachten und für die Anerkennung meines bescheidenen Wirkens im öffentlichen Leben. Sind auch die Aufgaben, welche ein Mann, der durch das Vertrauen seiner Mitbürger berufen wurde, ihr gutes, leider nur zu oft in brutaler Weise verletztes Recht an entscheidender Stelle wahrzunehmen, zu bewältigen hat, gross und war auch meine Kraft im Verhältnis zur Grösse dieser Aufgabe schwach, so darf ich doch mit Beruhigung sagen: Mein Wille war immer der beste, meine Ueberzeugung felsenfest, und ich habe mich nie gescheut, ihr entsprechenden Ausdruck zu geben. Wie für die sociale, so bin ich auch immer für die confessionelle Gleichberechtung aller meiner

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