Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 10 (1898)
- Issue
- 102 (3.1898)
- Date
- 1898-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 102. Mittheilungen der Oesterr.-Israel. Union. 7 Forderungen der Opposition in schroffer Weise z urück gewiesen und durch Ordnungsrufe, Wortentziehung und Ausschliessung von Sitzungen mundtodt gemacht. Beamten-Freundlichkeit. Verdienstvolle Beamte, welche an dem antisemitischen Unfug nicht theilnehmen wollen, werden gekränkt und zurückgesetzt. Magistratsrath Eduard Mal y, einer der tüchtigsten Amtsleiter, aus der Schule des Dr. Felder hervorgegangen, scheidet nach 40jähriger Dienstzeit aus dem Amte. Eine vom Magistrate vorgeschlagene communale Auszeichnung wird selbstverständlich vom Stadtrathe abgelehnt. Fortwährende Angriffe, Beschuldigungen und Verdächtigungen erfolgen gegen die verdienstvollen Beamten des Stadtbauamtes und dessen ausgezeichneten Director Franz B e r g e r. Diesen Mann, den gegenwärtigen Präsidenten des Oesterr. Ingenieur- und Architekten-Vereines, haben wir Techniker auf ein so hohes Piedestal gestellt, dass die Schmutzwellen der Angriffe nicht bis an ihn heranreichen können. Finanzen. Die Fürsorge für das öffentliche Wohl, für die Gesundheit der Gesammtbevölkerung, insbesondere des berühmten „kleinen Mannes", und gleichzeitig den Grundgedanken der jetzigen communalen Wirthschaft charakterisirt wohl am Besten der Umstand, dass die zur Herstellung des Gleichgewichtes nothwendig gewordenen Ersparungen gegenüber dem Präliminare zumeist das Capitel der öffentlichen Arbeiten betreffen. So wurden, wie später auseinandergesetzt werden soll, für die Neuherstellungen und Ergänzungsarbeiten bei der Wasserversorgung nicht weniger als fl. 768.000 erspart, das heisst: beschlossene und genehmigte Arbeiten in dieser Höhe wurden nicht ausgeführt. Weitere Ersparnisse wurden an der Erhaltung der Strassen Wiens mit rund fl. 170.000 erzielt. Dagegen hat die S t r a s s e n s ä u b e r u n g,' allerdings in eigener Eegie, aber schlechter als je, um fl. 172.000 mehr gekostet. Auch an der Approvisionirung ist es gelungen, eine Viertelmillion Gulden in Ersparung zu bringen, indem die Anlage eines neuen Contumazmarktes und Seuchenhofes einfach unterblieb. Kein Wunder, dass man auch den Bau von Volks- und Bürgerschulen, welche vom Gemeinclerathe längst beschlossen wurden, nicht einmal in Angriff genommen hat,