Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Mittheilungen der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 9 (1897)
- Issue
- 98 (12.1897)
- Date
- 1897-12-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 98. 1 wenigen Bindeglieder, die uns noch zusammenhalten und dasselbe muss erhalten bleiben, damit der Jude wisse, er sei ein Jude und nicht blos „ein Mensch mosaischer Confession." Es kommt weniger darauf an, dass das Gebet in der Wortsprache als dass es im eigenen Gefühl verstanden werde und dass kann nur geschehen, wenn es in unserer alten, ehrwürdigen Sprache erfolgt. Diese Sprache sagt uns: Für dieses Erbtheil haben so viele Juden ihr Leben gelassen, und wir, die wir uns eines besseren Daseins erfreuen, müssen stolz darauf sein, ein solches Erbtheil zu besitzen und zu erhalten. Wenn die galizischen Juden unter den elenden ökonomischen Verhältnissen etwa nach Ungarn auswandern wollen, so veranlassen die ungarischen -Juden die Absperrung der Grenze, und sie thuen es aus vielleicht berechtigtem Egoismus, um sich selbst zu erhalten. Dagegen gibt es nur ein Mittel. Alle europäischen Gross- Staaten, ausser Oesterreich, treiben Colonialpolitik, um das überflüssige Menschenmaterial hinauszubefördern, aber unter Modalitäten, dass es nicht im neuen Lande zu Grunde gehe. Diese selbe Tactik sollten die Juden anwenden und eine Fehde von anticionistischer Seite sollte daher nicht bestehen. Sodann erfolgte der Schluss der Sitzung. Verantwotlicher Redacteur Josef Fuchs. Druck von Muriz Waizner & Sohn Wien.