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B'nai B'rith · 1926-05-01 · 5 (5.1926) · p. Seite 155

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
5 (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 155 (sequence 27)
Language
German
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155 lonien in Griechenland gab, daß zu Casars Zeiten in Roni hunderte Synagogen bestanden und Cicero seine judenhetzerischen Reden halten konnte. Julius Cäsar gab, wie allen andern Bewohnern des römischen Reiches, auch den dort lebenden Juden römisches Bürgerrecht. Auf dem Wege der Legionen kamen sie, meist als Händler und Troßbegleiter auch nach Germanien, wo viel früher als bei uns jüdische Gemeinden entstanden, und von da aus mögen gewiß schon damals einzelne über die Pässe in das böhmische Land gekommen sein. So schreibt T o m e k, einer der ältesten böhmischen Historiker, in seinen „,Deje mesta Prahy", daß die Juden schon in heidnischer Zeit als Kauileute nach Böhmen gekommen seien, lange vor den Deutschen. Das dürfte auch richtig sein. Der Weltreisende Ibrahim i b n J a k u b erzählt im J. 973 unter anderem, daß die Juden Böhmens einen schwunghaften Tauschhandel in einheimischen Produkten und Sklaven betrieben haben. Fast gleichzeitig ist im Werke Vita S t i. Adalberti eine ähnliche Bemerkung enthalten. Sogar eine offizielle Bestätigung (haben wir (in einem einwandfreien Dokumente der R a f f e 1st ä 11 e i D rkujid e vom J. 9 0 3, in deigefordert wird, daß so wie andere Kaulleute auch die Juden Zoll zahlen mußten: vel Boemani — vel Moravi — seien es Böhmische, seien es Mährische. Aus dem Jahre 906 stammt sogar ein Verbot: Juden ist der Weg über Passau nach Regensburg nicht erlaubt. Warum, wissen wir nicht. Wir können also mit Sicherheit behaupten. daß vor mehr als 1 000 Jahren Juden in diesem Lande lebten. Line zweite Frage, die uns interessiert, ist die der ersten Wohnstätte der Prager Judengemeinde. Allgemein wird die alte Judenstadt; die der Assanation gewichen ist, dafür angesehen. Mindest gleichzeitig, wenn nicht lange vorher war am Fuße des Vysehrad, eine große Ansiedlung, für deren Existenz es zahlreiche Beweise gibt. In einem vielgenannten Briefe fordert H i 1burger die Gemahlin des Markgrafen Konrads von Mähren, ihren Schwager, den Herzog Vratislav, auf, nach Prag zu marschieren: .,Nirgend kannst Du Dich leichter bereichern als in den Stadtteilen an der Prager Burg und in der Gasse am Vysehrad. Dort gibt es Juden voll Gold und Silber, reiche Männer und einen Marktplatz, wo Deine Soldaten reiche Beute finden." — Auch in dem Texte der rabbinischen S c h e i d u n g s b r i e f e, in denen der Ortsname durch den entsprechenden Flußlauf genau bezeichnet werden muß, steht bis zum heutigen Tage für die Bezeichnung Prag: M e z i g r a d al nahm". Vitava weal nahar Botic. Die Bezeichnung Prag und Moldan ist viel jüngeren Ursprungs: Palacky bestätigt gleichfalls, daß voi Prag eine andere Ansiedlung hier bestanden habe. Auch die Lage des großen, alten .Jh. o r t iu s J n d a c - o r u m". des Friedhofes auf der heutigen Neustadt, spricht dafür, daß die erste Judenansiedlung nahe dem Vysehrad lag. Dieser Friedhof lag im Räume zwischen dlem Bojiste. der ßpälenä und Vodiökova. Bei Girundiausfhebaingen auf dem Bojiste wurde vor ca. 80 Jahren ein ganzer Grabstein aus dem Jahre 1346 gefunden: Stücke, beim Bau der Divcl skola, Ecke Skolskä und auch in der Vladislavova. Auf diesen großen Friedhof brachten die Juden in der alten Zeit

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