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B'nai B'rith · 1926-05-01 · 5 (5.1926) · p. Seite 152

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Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
5 (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 152 (sequence 24)
Language
German
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152 gipfelte in der Frage der Erziehimg zum Judentum; die Armenfürsorge, in der jüdischen Fürsorgetätigkeit; die Frage des Pazifismus war aufs innigste verknüpft mit der Abwehr dos Antisemitismus. So zeigte sieh, daß der sittliche Affekt, der die Referate beherrschte, doch nur gestützt war vom jüdischen Affekt, der im Verlaufe der Debatte immer merklicher hervortrat. Es ist gewiß nicht leicht, die Grenze zwischen allgemein sittlichem und nur jüdischem Affekt zu ziehen. Die Angst, den einen Affekt auf Kosten des anderen hervorzuheben, führt — auf beiden Seiten — zu «inern kämpferischen Radikalismus. Allein von Liebe zur jüdischen Gemeinschaft ergriffen sein, heißt nicht den Boden allgemeiner Menschenverbundenheit verlassen. Gerade der Verlauf der Tagung konnte zeigen, daß die mitbewegenide Kraft der Reden dann am stärksten war, das heißt also, daß die sittlichen Probleme dann am tiefsten die Gemüter erregten oder erhöhen, wenn man sich in seinem jüdischen Affekt angesprochen fühlte. Sehr lehrreich war in dieser Hinsicht die wichtige Debatte, die sich dem in seiner Übersichtlichkeit trefflichen Referate des Br. Groß über das Verhältnis zu Vereinigungen ähnlicher Tendenz anschloß. Diejenigen Logen und diejenigen Mitglieder der Großloge, die den jüdischen Affekt in sich schwächer fühlen als den allgemein ethischen, waren für eine strenge Abschließung der Mitglieder unseres Ordens und diejenigen, die den jüdischen Affekt deutlich in sich tragen, konnten leichter und freier auch ihrem allgemein ethischen Affekte folgen. Der feierlichste Augenblick der Tagung war der, in welchem vom Br. Großpräsidenten der Antrag auf eine Hunderttausendkronen-Spende für die Jerusalemer Universitätsbibliothek gestellt wurde. Br. Ziegler hat mit vollem Rechte auf die Freude hingewiesen, die das Bewußtsein der Einmütigkeit in allen erweckte. Hier gingen jüdischer und allgemein sittlicher Affekt die gleiche Bahn oder richtiger gesagt: sie durchdrangen einander. Und hier wurde rein und stark die allgemein sittliche Gewalt empfunden, die den jüdischen Aufgaben unseres Ordens •entspringt. T. Kleine Betrachtungen. Von Dr. Richard Biehal. Vorprüfung. Ob er „edeldenkend" sei in der Tat. Entscheide zunächst — der Kandidat! Und wenn er mit Ja! geantwortet hat, — Dann ablehnen glatt! Anmeldung von Kandidaten. Den „edeldenkenden Israeliten': Ladet ihn ein, eh' er euch entglitten, Ehe die andern ihn halten fest. Aber namentlich, eh' er sich taufen läßt!

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