B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 5 (5.1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 149 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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149 Referat des s. w. Großpräsidenten über ein Ansuchen der Jerusalemer Universitätsbibliothek um Subvention. Br. Großpräsident verliest ein Schreiben vom 9. Dezember 1925r das vom Br. Hugo Bergmann, als Direktor der Jerusalemer National- und Universitätslbibliothek, an das Generalkomitee gerichtet ist und in welchem auch auf die für Palästina völkerversöhnende Bedeutung der Bibliothek hingewiesen wird. Der einmütige Antrag des Generalkomdtees an die Großloge lautet, es möge für die Bibliothek in Jerusalem eine Widmung von hunderttausend Kronen in zehn Jahresraten bewilligt werden. Zur Deckung dieses Beitrages möge jede Loge alljährlich aus Logenmitteln 5 Kc pro Brüder abführen, der Restbetrag wäre aus Großlogenmiitteln zu nehmen. Mit dieser (Summe könnte ein Werk geschaffen werden, das zu ehrendem und dauerndem Andenken unserer Großloge für immer errichtet werden würde. Eine Bibliothek ist erhaben über allem, was Partei heißt. Die Förderung von Bibliotheken ist die Förderung von Wissenschaften. Und gewiß ist eine solche Leistung auch die Förderung der jüdischen Sache. Denn mag auch der eine Teil von uns unser Leitwort: weheje berocho so auffassen, daß es eine Pflicht des Juden ist, zum 'Segen zu werden un te r den Völkern — lech lecho mibes owicho, gehe .hinaus aus dem Hause deines Vater s —, und mögen die anderen sich im Hause des Vaters einstellen wollen: für jeden Juden ist Palästina die Urheimat. Die Debatte. Während dieses Referates fülhmte iBir. Großpiräsidemt Jerusalem dein Vorsitz; eis war seikae leitete Amtshandlung lim der Loge. Br. Gt'O ßpräsident OEIhermamin (Wien) Charakterisiert die Bedeutung der Jerasaleemieir Bibliothek einmal als edmeis FöiiderumgsimMtels modernem Wissenschaft, die der ganze« Menschheit auf {realem Gebiete zum Nutzen gereichen soll; und ferner als der iSammelstäitte jüdischem Sohrifttums, das jetzt zersplittert, meistens auf einzelne nicht jüdische Institute aufgeteilt wL He Forschung affla jüdischen Schrifttum umd die archäologische Forschung wird vom christlichem Geleiteten betrieben, was nicht immer parteilos gesethie'ht. Die Jerusalemer Universität soll ja mMut smx Doktoren schaffen, sondern eime Forsehungsuniiveir&ität sein, umd eine solclbe bxaudht eine große Bibliothek, die alles sammelt, was Vergangenheit und Gegenwart geleistet ihaben. Der österrelchlschie Distrikt hat mit ^20 Millionen Kronen eine toedeUtende juristische Bibliothek angekauft und der Jerusalemer Universitätsbibliothek izum Geschenk gemacht. B r. H o f m a n n ^PMlantihropia) megifc an, daß in dem eiinzelnen Logem eiime AilotJiion zur iSlammlung von Büchern durchgeführt werden möge. E r. S it a ir fc e n s t e i n (Biolhemiia) anerkennt die hohe kulturelle und ganz unpolitische Bedeutung der Jerusalemer Universitätsbibliothek; für ihm liegt eben der Tom auf dem Worte Bibliothek. Nur möchte er doch zu bedenken geben, ob es nlkht bei den ungeklärten Verhältnissen in Paflästiima ratsam wäre-, nicht alle jüdischen Kostbarkeiten an Büchern gerade in Jerusalem aufzuhäufen, Vielmehr nur diie 'zum fortlaufenden Studium unbedingt notwendigen Bücher hinzusenden. Br. .Zlegi er (Karlsbad) möchte die starke Freudigkeit hervorheben, mit weicher der Antrag aufgenommen wurde. Wir sollen uns nicht von Möglichkeiten verleiiten lassen, scMechter vion der Sache :ziu denken als sie es verdient. Er verweist auf die großartigen Leistungen der amerikanischen Juden für die Bibliothek. Br. Großpräsident Ehrmann (hebt (heirvor, daß die Geldspenden nicht so sehr für Neuankäufe bestiimimt sind, als für Erweiterungs-