B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 4 (4.1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 125 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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12 derselben Tragik — beinahe — zum Opfer. Dieses ..beinahe" scheint mir der zentrale Punkt des sittenkritischen Buches. Denn ist wirklich alles so faul im Schöße unserer Gesellschaft, dann wäre es schon gesünder, daß sie ganz zusammenstürzte', um der neuen Generation beim Bahnen der neuen Wege nicht hinderlich zu werden. Die Schilderung der geistigen Entfaltung der Xachkriegsjugend ist ein besonderes Meisterstück Wassermannscher Schöpferkunst. —el. Franz Werfel: Verdi. (Verlag Paul Zsolnay, W i e n.) Ein edles Buch. Nicht den Starken. Sieghaften, von der gegenwarterfüllten Jugend Vergötterten, nicht Richard Wagner wählt der Dichter zum Helden seines „Ronianes der Oper", sondern Verdi, den alternden Italiener, der einst die ganze Harmonie seines Volkes und seines Landes zu blendenden Opern gestaltete und dem das Wissen um den gedankenschweren Deutschen die Flügel der Intuition gelähmt hat. End Verdi ringt mit seinem Gotte und hat obgesiegt, da er erkennt. daß aller Ehrgeiz eitel und nur menschliches Wirken wesenhaft ist. Diese Erkenntnis bringt ihm jene innere Freiheit, die seine letzten Meisterwerke auslöst. Unter der Hülle des historischen Mantels atmet die Persönlichkeit des Dichters — der mir niemals so menschlich nahe gekommen ist wie in diesem Werke —. lebt die märchenhafte Lagunenstadt in allen unvergleichlichen Farben. n. Franz Werfel: Juarez und Maximilian. (Paul Zsolniay, Verlag, Wien.) Ein Drama der Seelen. Persönlich und aktuell, in historisches Gewand gehüllt, wie der Verdi-Roman. Es ist keiner so ganz böse, daß er nicht die Stimme des Gewissens in seinem Unterbewußtsein manchmal vernehmen würde, doch ist auch keiner immer gut und groß, und darin liegt die Wurzel der Tragik. Einer Tragik, die versöhnend wirkt, denn slie gibt die Möglichkeit einer ethischen Steigerung in der Menschheit frei. Ein hinreißendes Dokument des wahren sittlichen Kampfes unserer Zeit. t. Personalnadiriciiten. Einführungen. In die w. ,J?hilanthropia" am 27. März 1926 Br. Hugo Feitis, Direktor des Escomptebank und Credit-Anstalt, Böhm. Leipa. In die w. „U n i o n" am 28, März 1926 die Br.: Ernst Hecht, Fabrikant, Plan, T. 36; MUDr. Hugo Spitzer, Sipeizialarzit, Pilsen, Tr. M. legi! 7. T. 1128: Paul P o H ak, Kaufmann, Klattau, T. 116; Emil Löbner, Kaufmann, Pilsen, Näm. republiky 36. Bureau: Vankova 3, WT. 1332, GT. 179. Sterbefälle. Br. Eduard Pick, gestorben am 24. März 1926, geboren in Prag am 25. Jänner 1863, eingetreten in die w. ..Bohemia" am 8. Jänner 1894. Br. Hugo W i n t e r n ii t z, gestorben ani 8. April 1926, geboren in ^emin am 20. Mai 1855, eingetreten in die w. ..Bohemia" am 11. Mai 1907. Übergetreten. In die w. „Bohemia" aus der w. ^hilanthropia" Br. Oberfinanzrat Dr. Berthold Berka, Prag VIL, Nr. 1210. Aus der w. „Moravia" Br. Dr. Eduard F r a n k, Professor, Kral. Vinohrady, Ricanskä Nr. 1923. In die w. „Union" aus der w. „Veritas" Br. Leo Aböles, Oekonom, Blisowa. Ausgetreten aus der w. „Bohemia" Adolf P a ss e r ohne A. K. Nachtrag. Zum Logenberichte der w. „Bohemia" ist der interessante Vortrag Br. Dr. G e 11 n e r s über „Trennung von Kirche und Staat" nachzutragen.