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B'nai B'rith · 1926-02-01 · 2 (2.1926) · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
2 (2.1926)
Date
1926-02-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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45 Die Ausführungdieser Plärre wurde in das Arbeitsprogramm des kommenden Jahres aufgenommen. Die Frauenvereinigung der Prager Logen hofft, auch weiterhin in der Ausgestaltung ihres Arbeitsprogrammes fortschreiten zu können, um so den auf sie entfallenden Teil der gesamten Logenarbeit zur Durchführung zu bringen. Aus Logenvorträgen. Ernst Pollak („Praga"): Die Bakule- Gemeinde. In den Prager weiteren Kreisen kennt man Bakule bestenfalls als den Begründer und Leiter des sogenannten Bakule-Chors. Als ich vor mehreren Jahren die Bakule-Sänger hörte, da sie noch an jedem Donnerstagabend in der unteren Restauration des Laurenziberges sangen, gegen Entree nach freiem Belieben, das noch dazu beim Weggehen bezahlt wurde, da waren sie in den Prager bürgerlichen Kreisen noch so gut wie unbekannt. Sie mußten erst in Amerika durch den Präsidenten Harding, durch Hoover. durch die Bürgermeister der amerikanischen Städte, in denen sie unter dem Jubel der Bevölkerung gefeiert wurden, der Heimat bekannt gemacht werden. Denn dieser Kinder-a capella- Chor, dessen Mitglieder aus Krüppeln und einst verwahrlosten, von den Smichover und Kosirer Gassen aufgelesenen Proletarierkindern bestehen, kommt nach reichsdeut scher Kritik dem Berliner Dom-Chor, den Don-Kosaken an künstlerischer Bedeutung gleich. Aber die eigentliche Bedeutung liegt darin, daß und w i e er aus diesen einstmals verwahrlosten, höchst bejammerungs würdigen körperlich und vereinzelt auch geistig verkrüppelten Wesen, aus einem wahren Auswurf der Menschheit, aus einem Material für Sieclienhäuser, Strafanstalten und Verbrecher-Spelunken nicht nur nützliche, sondern vielfach auch wertvolle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft macht. Im Jahre 1897 wurde Bakule, der Tscheche ist, in einem Gebirgsdorfe bei Gablonz Volksschullehrer. Sein Wahlspruch war: ..Freie Bahn dem Erzieher und Freiheit für das Kind." Er begnügte sich aber nicht damit, sich mit den Kindern bloß in der Schule und in den Unterrichtsstunden zu befassen. Die Kinder waren ihm alles und so wurde auch er den Kindern alles. Im Frühjahre 1913 errichtete der bekannte Chirurg Professor J e d - 1 i c k a seine orthopädische Anstalt für verkrüppelte Kinder und Bakule wurde nach Prag berufen, um die damit verbundene Schule zu organisieren und zu leiten. Nun, da er eine solche Schule als die erste ihrer Art begründen sollte, erwuchsen für ihn ungeheuere Probleme. Nach langem Suchen kam er zu der Gewißheit, daß wenn diese Kinder leben sollen, sie erst zum Leben erzogen werden müssen. Für diese vorläufig lebensunfähigen Wesen muß eine Basis geschaffen werden, die ihnen ein menschengieiches Dasein ermöglicht, es muß ihnen das Leben gezeigt werden, wie es in Wirklichkeit ist. und dies alles kann nur das Leben selbst. Sie müssen vor die Tatsachen und Notwendigkeiten des Lebens gestellt werden, müssen lernen, sich zu helfen und Schwierigkeiten selbst zu überwinden, sie müssen sich vor allem beschäftigen und so zur Arbeit geführt werden, der ein-

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