B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 10 (12.1925)
- Date
- 1925-12-01
- Page
- Seite 261 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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UHHS|^M|nMr 261 Punkt 9. Gesuch des i s r a e 1. Proseminars inBrünn um Subventionyerun g. Der Referent Br. Dr. F e i t h legt die Geschichte der Gründung-, Entwicklung und die jetzige Lage des Proseminars dar, in dem gegenwärtig acht junge Leute aus Karpathorußland als Rabbiner und Lehrer herangebildet werden. Er ist der Anschauung, daß es sich hier um eine Angelegenheit der jüdischen Gemeinden handle. Er beantragt Übergang zur Tagesordnung. Br. Dr. Fuchs legt die Stellungnahme des mährischen Gemeindeverhandes und der Gemeinde Mähr. Ostrau zu dieser Angelegenheit dar. welche das Proseminar bereits subventioniert haben. Br. Dr. Wolf befürwortet das Gesuch. Br. Großpräsident Dr. Popper weist auf die Not der jüdischen Rabbiner und Lehrer hin, welche dafür sprechen würde, alle Möglichkeiten eines Nachwuchses zu fördern. Der Referentenantrag' wird mit Stimmenmehrheit zum Beschlüsse erhoben. Punkt 10. Ansuchen der jüdischen Welt hilf skonferenz um Förderung der Emigrations.bank wird über Antrag -des Referenten von der Tagesordnung abgesetzt, da er noch einzelner Aufklärungen bedarf. Zu Punkt 11 wünscht Br. Dr. Feith die Abhaltung der Großloge oder des Generalkomitees anläßlich der Einweihung des neuen Logenheimes in Brünn. Der Vorsitzende verspricht tunliche Berücksichtigung. Zu Punkt 12 werden die Beamteninstallationen besprochen. Schluß der Tagung 17 Uhr 15 Min. Salomon Ehrmann: Böhmische Dorfjuden. Erinnerungen aus früher Jugend. (Schluß.) So wie der Jude beim Auferstehungs-Umgang in die Fenster Kerzen stellte und der Dorfhirt am Weihnachts-Abend mit seiner Schalmei zu den Juden kam, so nahm auch der Bauer vielfach Anteil an den Vligiösen Festen der Juden. Ein idyllisches, wahrheitstreues Bildchen/von diesem freundschaftlichen Verhältnisse zum Pfarrer entwirft Rakous in der kleinen Erzählung „Dedecek a babicka". Selbstverständlich hatte jedes jüdische Haus seine Schabbes-Goie, die als Entlohnung unter anderem ein Stück Barches obligat bekommen mußte. Der christliche Dienstbote, wo ein solcher gehalten wurde, war in die jüdischen Gebräuche oft so eingelebt, daß er sie oft rigoroser durchführte, als die Hausfrauen selbst. Wir hatten ein altes Möbel, eine Baruska Jirkovä, die abends, wenn die Mutter oder die Tanten im Geschäfte zu tun hatten und wir schlafen gehen sollten, uns zusammenrief mit den Worten: „Deti pojdte Krisme lainen! („Kinder kommt's Krischme lainen!" — ,.das iSchemabeten''). Die Bauern der größeren Orte erkannten schon an den Klängen der Schofar-Übungen, daß die Herbstfeiertage kommen, und sagten: