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B'nai B'rith · 1925-11-01 · 9 (11.1925) · p. Seite 248

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
9 (11.1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 248 (sequence 16)
Language
German
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248 sehen Einwanderer ca. 200 monatlich. Die Verhältnisse haben sich dort zum Besseren geändert. Vor fünf Jahren betrachteten 80 Prozent der jüdischen Einwanderer Mexiko nur als eine Durchgangsstation nach den Vereinigten Staaten, die ihre Tore gesperrt hatten. Nur schwer konnten sie bewogen werden, sich in Mexiko selbst niederzulassen. Vor zwei Jahren war die Anzahl der Einwanderer, die Br. Z i e 1 o n k a baten, ihnen das Einreisevisum nach den Vereinigten Staaten zu verschaffen, auf 40 Prozent gesunken, im heurigen Jahre meldeten sich nur zwei Bewerber. Es hat sich inzwischen ein jüdisches Gemeinwesen in Mexiko- City gebildet, den Einwanderern gelang es, sich auf verschiedenen Gebieten eine Existenz zu gründen. Für ihre Bedürfnisse wurde unter Beihilfe des Ordens nach Tunlichkeit gesorgt. Bei Br. Zielonkas diesmaligem Aufenthalte wurde die Frage eines jüdischen Friedhofes und der Bestellung eines Arztes behandelt. Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo die jüdischen Einwanderer aus eigenen Mitteln in der Lage sein werden, für die später Kommenden zu sorgen und der Orden ein segensreiches Kapitel seiner Tätigkeit abschließen kann. Über die Hille 1-Gründungen berichtet der Vorsitzende des Studenten-Ausschusses, Leonhard C o - c h e n, in einem Artikel ..Amerikanische Chalutzim'''. Er beschreibt die Geschichte der Hillel-Gründungen des Ordens, deren Tätigkeitsgebiet sich immer mehr erweitert. An der Universität in Illinois bestehen derzeit Komitees für soziale und Wohlfahrts-Angelegenheiten, für religiöse Erziehung, für öffentliche Diskussionen, für Journalistik und für dramatische Aufführungen, an denen 100 Ausschußmitglieder mitarbeiten. Wir erfahren, daß in den nächsten 5 Jahren alljährlich zwei Neugründungen dieser Art von dem Orden geplant sind. Von amerikanisch-jüdischen Angelegenheiten sei die geplante Gründung eines Denkmals für den Finanzmann der amerikanischen Revolution Chaim S a 1 o m o n erwähnt. Durch dieses Denkmal soll den Gegnern vor Augen geführt werden, daß die Juden seit Gründung der Republik an deren Aufbau tätigsten Anteil genommen haben. In der Richtung der Goodwill-Bewegung betätigt sich das Chicago Forum Council, das unter der Leitung des Geistlichen Fred Atkins Moore steht. In öffentlichen Diskussionen, die in einem großen Theater stattfinden, werden von Vertretern der verschiedensten Glaubensgemeinschaften Diskussionen über Probleme sozialer Natur abgeführt. Mr. Moore und sein Forum Council sind tapfere Vorkämpfer gegen religiöse und Rassen-Vorurteile. Ein Artikel beschäftigt sich mit David A. Brown und dessen Aktion zur Aufbringung von 15,000.000 Dollars für das jüdische Kolonisationswerk in der Ukraina. Xenopbon (ein Pseudonym für einen Kenner der Levante, der es wegen seiner offiziellen Beziehungen vorzieht, unter einem Decknamen zu schreiben) setzt seine Artikelserie über die Juden in der Levante weiter fort. Der Verfasser stellt dar, wie in den letzten Jahrzehnten das jüdische Geistesleben in der Levante in Verfall geraten war, bis vor ca. 50 Jahren die Alliance Israelite ihre Tätigkeit begann. Aus den Schulen der Alliance seien zwar lebenstüchtige und erfolgreiche Männer hervorg*- gangen, doch habe die durchaus westliche Kultureinstellung den oberflächlichen „Levantismus" eher gefördert, anstatt eine Vertiefung jüdischen Geisteslebens anzubahnen. Eine solche sei aber gerade in diesen Ländern doppelt geboten, weil eine Assimilation an das höhere Niveau des Volkes, in deren Mitte die Levantejuden leben, mangels eines solchen Niveaus unmöglich sei. Hier habe das Palästina - Aufbauwerk gründlich Wandel geschaffen, das jüdische Zusammengehörigkeitsgefühl auch des einfachen Mannes habe eine gewaltige Hebung erfahren. Das englische Palästina-Mandat hat das Interesse der Anglo-amerikanischen Juden derart erweckt, daß an Stelle des Einflusses der Alliance immer mehr der des B. B. tritt. Daß die Arbeit des Ordens nicht leicht ist, beweist der gewiß bezeichnende Zwischenfall in Aleppo, dessen Rabbiner den Großsekretär des XL Distriktes. Br. Dr. Behar, in den Bann getan hat. Es ist zu hoffen, daß die intensive Arbeit der Großloge für den Orient auf diesen so lange brach liegenden Gebieten mit Erfolg gekrönt sein werde. Dr. Stransky, Praga.

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