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B'nai B'rith · 1925-11-01 · 9 (11.1925) · p. Seite 244

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
9 (11.1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 244 (sequence 12)
Language
German
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244 lieh, ihm Waren kreditierte bis nach der Ernte, ihn bei gewissen Dingen beriet. Als z. B. in unserem Dorfe anfangs des 19. Jahrhunderts (1813) das durchfließende Flüßchen an Wasser verarmte, um noch unterschlächtige Räder treiben zu können, riet mein Großvater dem Müller, eine Mühle für oberschlächtige Räder zu führen, für welche das Wasser genügen würde. Er half ihm beim Bau und dafür half der Müller meinem Großvater beim Bau des Häuschens, in dem mein Vater, meine Geschwister und ich geboren wurden. Es war das die Zeit, wo infolge der Niederlagen in den napoleonischen Kriegen die Gutsherrschaften etwas toleranter geworden waren und durch die Finger schauten, wenn der Jude einen kleinen Grundbesitz erwarb. Übrigens muß festgestellt werden, daß die geistlichen Obrigkeiten — und unser Ort gehörte zu einer solchen — noch viel toleranter waren als die weltlichen. Das zeigte sich auch bei der Pfarrgeistlichkeit. Der Pfarrer war häufig ein intimer Freund des Juden — wie ich schon oben erwähnt habe —, ja, es kam vor, daß er sich selbst in Religionsgespräche mit Juden einließ. Noch steht vor mir die Gestalt des alten Jakob Spitz aus Oslov, der ein bischen Talmud gelernt hatte und ziemlich belesen war, wie er mit dem Pfarrer durch die Felder gehend, religiöse Dispute führte. Dieser Pfarrer wurde später Bischof von Budweis. Der Pfarrer war auch für die Juden eine Respektperson; wir mußten ihm die Hand küssen, aber er war nachsichtig gegen die armen Juden, die von der Pfarrei ein Stückchen Feld gepachtet hatten. Er bekam immer die obligate Gansleber, die Mazze-Loksch und die Mazzes zu Ostern. Unser Pfarrer mußte zuerst mein Zeugnis sehen, wenn ich auf Ferien kam; dafür erhielt ich immer einen blanken Silbergulden. Das Verhältnis zur Geistlichkeit änderte sich vielfach erst mit der Aufhebung des Konkordats. (Schluß folgt.) Das neue Logenheim der w. »Silesia« in Troppau. Am 11. Oktober d. J. beging die Loge „Silesia" in festlicher Weise die Eröffnung eines neuen Logenheimes. Die Loge war bisher in ungeeigneten und unzulänglichen Räumlichkeiten untergebracht und es bestand schon lange das Bestreben, diesem Mangel abzuhelfen. Dank der besonderen Energie des dermaligen Präsidenten Br. D. Weinstein und der Opferwüligkeit der kleinen Schar von Brüdern der Loge „Silesia" gelang es, das 1. Stockwerk eines zentral gelegenen Hauses für eine Dauermiete zu erwerben. Die neugemieteten Räumlichkeiten wurden in geschmackvoller und zweckdienlicher Weise adaptiert und so ein Heim geschaffen, das nach jeder Richtung hin den gestellten Anforderungen entspricht. Am Vorabend des Festes versammelten sich die Brüder der Loge „Silesia" mit ihren Damen und Gästen zu einem gemütlichen Rout in den neuen Räumlichkeiten. Die Festloge fand um 4 Uhr nachmittags in Anwesenheit von 125 Brüdern statt. Von auswärtigen Distrikten war die polnische Großloge durch den Vizegroßpräsidenten Prof. Feuerstein vertreten, überdies hatten die „Esra-Loge" in Bielitz, die vier Breslauer Logen, die „Friedens-Loge" in Ratibor, die Logen „Eintracht" und „Wien" aus Wien Vertreter entsandt. Unsere Großloge vertrat Br. Großsekretär Dr. Wiesmeyer, die Logen „Bohemia", „Moravia", „Ostravia", ..Union" und „Praga" entsandten ihre Präsidenten, überdies ebenso wie die Logen „Freundschaft" und „Fides" mehrere Vertreter. Die übrigen Logen des Distriktes übersandten telegraphische Glückwünsche.

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