B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 7 (9.1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 209 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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209 Wohlwollen und Eintracht. Wir können letzten Endes immer mii glauben an das, was wir tun. Wenn wir Vertreter des Ideals sind, jeder auf seinem Platze, in seinem Können, mit seinem Tun das Ideal verwirklichen, dann glauben wir alle an das Ideal, und wenn wir alle an das Ideal glauben, weil wir nach dem Ideal handeln und tun, dann bleiben wir (verbunden, dann sind wir ein Orden, durch nichts getrennt, auch nicht durch das Weltmeer, ein Orden, der kundtut, daß es doch noch etwas gibt, was mehr ist als Grenzen und Schranken, daß das Ideal die Menschen zusammenführt und hält. Wir B. B. dann ein Vorbild für alle! Stürmischer, sich wiederholender Beifall der Brüder folgte den meisterhaft aufgebauten, hinreißenden Ausführungen. Br. Gr.-Pr. Dr. Adler überbrachte die Grüße der Brüder aus Polen und erkläte, wir seien eins, ob wir niui hier oder anderswo leben, und fühlten uns verwandt. Was nicht abgetötet werden kann, ist unsere dreitausend Jahre alte Kultur, die lebt und immerdar leben wird. Und deshalb darf wohl die Aufgabe unseres Ordens nicht als eine vorübergehende angesehen werden, sondern als eine Ewigkeitsaufgabe. Sie hat in uns allen das wach zu halten, was uns unsere Kultur gebracht hat. Deshalb werden wir verbunden sein und bleiben. Br. Vize-Gr.-Pr. Dr. Kühn entschuldigte den Gr.-Pr. des sterreichischen Distriktes, Prof. Dr. Ehrmann, der durch die Teilnahme am Dermatologenkongreß verhindert ist, bei der Tagung zu erscheinen, übermittelt die Grüße der österreichischen Brüder und dankt den Prager Logen, daß sie ihm die Gelegenheit gegeben haben, den Vortrag des Br. Baeck zu hören. Br. Gr.-Sekr. Dr. B e h a r beginnt seine Ausführungen in deutscher Sprache, bittet aber nach seinen einleitenden Worten, französisch fortfahren zu dürfen. Er spricht seine Freude aus, der heutigen Versammlung beiwohnen zu dürfen. Er gibt einen Überblick über die Entwicklung des Ordens in den 80 Jahren seines Bestandes und beschäftigt sich mit den Organen des Ordens, der Loge, der Großloge und der Konstitutions- Großloge. Er schildert seine Eindrücke in Atlantic City und streift die Probleme, die dort zur Verhandlung standen, aber nur vom Gesichtspunkte der amerikanischen Juden behandelt wurden. Unser Orden ist ein internationaler Orden, seine raison d'etre ist überall dieselbe. So wie das Schema Jisroel alle Juden einigt, so müssen auch wir eine einheitliche Losung haben, in Amerika wurden aber die Probleme nicht mit denselben Augen gesehen wie in Europa. Die wichtigsten Probleme sind die Rassen-, die Religions- und die soziale Frage. Um diese zu lösen, müßte der Zusammenhang zwischen Europa und Amerika enger sein. In Atlantic City hatte Redner aber nicht das Gefühl, einer internationalen Versammlung beizuwohnen. Viele Vertreter haben gefehlt, Europa war nur durch zwei Brüder repräsentiert. Welche Bedeutung hätte Dr. Baeck gehabt, wenn er von einer Reihe einflußreicher Brüder begleitet gewesen wäre! Zum Schlüsse gab er dem Wunsche Ausdruck, daß die Versammlung der Großpräsidenten diese Probleme prüfen und alles tun werde, um die Einheit und Gleichheit im Orden aufrechtzuerhalten.