B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 6 (6.1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- Seite 154 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Ordens verbleibe ich ein Mitglied des Exekutivkomitees für Lebenszeit. In dieser Eigenschaft werde ich auch weiterhin in der Lage sein, die Fortschritte zu verfolgen, die in jedem einzelnen Distrikt gemacht werden und kann vielleicht, wenn sich eine Gelegenheit bietet, von einigem Nutzen sein. In meiner Eigenschaft als Präsident kannte ich keinen Unterschied zwischen den einzelnen Distrikten unseres Ordens, als Privatmann dagegen gab es für mich Unterschiede. Die Mitglieder der alten Distrikte VIII und X sprechen meine ..Muttersprache". Wenn ich diese Distrikte besuchte, fühlte ich mich zu Hause. Ich schloß Bekanntschaft mit den führenden Brüdern, ich besuchte sie in ihrem Heime, ich lernte sie lieben und war mir bewußt, daß ich in ihnen aufrichtige Freunde besaß. Beim Scheiden aus meinem Amte fühlte ich mich zwar erleichtert, aber der Gedanke, daß ich wohl niemanden von ihnen wiedersehen werde, betrübt mich. Mit besten Grüßen an alle lieben Brüder verbleibe icih mit aufrichtigem Brudergruß Adolf Kraus. Prof. Dr. Josef Oesterreicher: Antisemitismus und Politik im alten Alexandrien.*) . Wenn auch der alexandrinische Antisemitismus, dem diese Bezeichnung zukommt, weil er sich in der Welthandelsstadt Alexandria nicht nur in wilden Kämpfen gegen die Juden austobte, sondern auch daselbst seine theoretische Ausbildung zum ersten Male erfuhr, dem Altertum angehört, so ist seine Darstellung dennoch für unsere Gegenwart reich an lebendigen Beziehungen, weil er uns lehrt, daß ..der Judenhaß und die Judenhetze, so alt wie die Diaspora selbst". (Mommsetn) als soziologische Begleiterscheinungen der Gallith zir beurteilen sind. Die Wurzellosigkeit und Landfremdheit des als geschlossene Kulturgruppe auftretenden jüdischen Volkes auf der einen, sein ungebändigter Geltungswille auf der anderen Seite sind die Hauptursache jener Spannung, die sich in einem für alle vernünftigen Erwägungen tauben Hasse entlädt. So war es in Alexandrien, so ist *) Wer sich über den hier behandelten Gegenstand gründlich unterrichten will, sei zunächst auf E. Schürers „Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi" (4. Auflage, 3. Band) verwiesen. Reiche Belehrung wird der Leser aus dem Buche „Die Juden Ägyptens in ptolemäischer und römischer Zeit" von Dr. Leo Fuchs (Wien 1924) schöpfen. Der junge Gelehrte, der in seinem 11. Lebensjahre erblindete, hatte mit beispielloser Energie die Hindernisse, die ihm sein Gebrechen in den Weg legte, überwunden und das ungeheuere Quellenmaterial der älteren und neuesten Zeit in seinem Werke verarbeitet. .«Auf 156 Seiten versteht es der Verfasser, knapp, aber doch fast lückenlos die äußere und innere Geschichte der Juden Ägyptens unter den Ptolemäern und Römern darzustellen. Die Wissenschaft ist ihm aber zu besonderem Danke verpflichtet, weil er unter steter Heranziehung nicht nur der neuesten geschichtlichen Ergebnisse, sondern auch des