B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 5 (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 142 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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142 Ferner ernennt der s. w. Großpräsident folgende Brüder in das Redaktions-Komitee: Dr. Emanuel Groß (Humanitas). Dr. Gustav Haas (Bohemia), Prof. Josef Oesterreicher (Bohemia), Dr. Ernst Rychnovsky (Bohemia), Oskar Stein (Praga), Prof. Dr. Emil Starkenstein (Bohemia). Zu Punkt 23 wird als nächster Versammlungsort Prag bestimmt. Nach Dankesworten des Br. Dr. Gottlieb Stein (Praga) an den Vorsitzenden und des Br. Dr. Wolf an die Prager Logen für die gewährte Gastfreundschaft, wird die Tagung um 18.15 Uhr geschlossen. Adolf Kraus: Erinnerungen und Denkwürdigkeiten. Unter diesem Titel hat der hw. Bundespräsident Br. Adolf Kraus ein Buch erscheinen lassen, das bei jedem Mitglied unseres Ordens das größte Interesse wachrufen wird. Die verehrungswürdige Gestalt des Autors tritt in diesen Blättern in ihrer ganzen sympathischen Schlichtheit und weltweisen Erfahrunglebenswahr hervor. Aus bescheidenen Erzählungen ist unbeabsichtigt dieses warme Buch geworden, um ein heißer Dank an Amerika zu sein, „das Land der gesegneten Freiheit, wo jedermann, mag er im Lande geboren sein oder aus der Perne stammen, ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens in gleicher Weise die Segnungen genießt, die Amerika reichlich jedem gewährt; der auf seinen fruchtbaren Feldern der Arbeit wirkt und seine Gesetze beobachtet". Wir beginnen mit der Veröffentlichung der Jugenderinnerungen des hw. Bundespräsidenten, die uns schon aus landsmannschaftlichen Gründen besonders nahe liegen müssen. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen hat Br. Dr. Karl Stransky (Praga) besorgt. Der Einwanderer. Im Jahre 1840 lebten in der Stadt Biowitz in Böhmen vielleicht mehr sehr arme Juden als in irgend einer anderen Stadt Österreich- Ungarns. Diese Tatsache war wenigstens teilweise dem Umstände zuzuschreiben, daß die Regierung die Rechte der Juden in Österreich vor dem Jahre 1848 sehr beschränkte. Es war ihnen nicht gestattet, Grund und Boden zu besitzen, sie waren von den meisten Handelsgeschäften ausgeschlossen und durften kaum ein Handwerk betreiben, es sei denn den Beruf eines Arztes. Was heute für einen sehr geringen Betrag gelten würde, hätten diese 'armen unterdrückten Leute von Biowitz damals für ein großes Vermögen angesehen. An einem Samstagnachmittag standen Avrum Hartmann und Itzik Fischl auf dem Marktplatze. Wie sie so dastanden, ging Moische Fuchs vorbei und würdigte sie keines Grußes und keiner Beachtung. „Seh der an da", sagte Avrum, „den Chates, den Moische. Er tut, als wenn er uns niks kennen wollt"'. „Ka Wunder", entgegnete Itzik, „er is jetzt a reicher Mann. Is er wert a Kreuzer, so is er wert 400 Gulden Schein" ($ 96.00)". „Was heißt 400 Gulden Schein", sagte Avrum, „ich möcht" wünschen, der liebe Gott möcht mir geben, was Moische weniger wert ist, wie 400 Gulden