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B'nai B'rith · 1925-05-01 · 5 (5.1925) · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
5 (5.1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 140 (sequence 20)
Language
German
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140 Zusammensetzimg' des Brudertages ein positives Resultat sich ergeben könnte. Er beantragt, von der Debatte über diese Frage Umgang zu nehmen. Der Referentenantrag wird angenommen. Zu Punkt 18 referiert Br. Ing. Rudolf Teltscher (Philanthropia) über einen Antrag der Loge ..Praga", der folgenden Inhalt hat: Die Großloge möge alle Logen des Distriktes beauftragen, sich mit der Frage der werktätigen Förderung jüdischer Lehrknaben, Gewerbeschüler, Gehilfen, Handwerker und Gewerbetreibender zu befassen, und zwar auf Grund nachstehender konkreter Vorschläge: 1. Subventionierung jüdischer Lehrknaben. 2. Stipendierung jüdischer Gewerbeschüler. 3. Reisestipendien für jüdische Handwerker und Gewerbetreibende, Werkmeister, Gehilfen und Arbeiter. 4. Förderung von Gewerbetreibenden durch leihweise Beistellung von Kapital, von Mitteln zur Anschaffung von Motoren und Arbeitsrnaschinen. 5. Förderung jüdischer Gewerbetreibender durch Vergebung von Arbeiten bei gleichzeitiger Aufnahme jüdischer Lehrlinge. 6. In Verbindung mit der Fürsorgezentrale Schaffung eines Katasters solcher Stellen, wo jüdische Lehrlinge, Gewerbeschüler und Gewerbetreibende Aufnahme finden. 7. Verwendung von Mitteln öffentlicher und von Privaten gewidmeter jüdischer Fonde. 8. Entsprechende Beeinflussung von Kultusgemeinden, Wohltätigkeitsvereinen, Waisenhäusern, Stiftungen etc. im Sinne dieser Vorschläge. Die einzelnen Logen mögen verflichtet werden, sich zu diesem Vorschlage in einer bestimmten Zeit zu äußern:* das Ergebnis wäre in den Monatsblättern der Großloge zu besprechen und auf Grund dieser Besprechung die praktische Durchführung dieser Vorsehläge einzuleiten. Der Referent weist darauf hin, daß die Zuführung jüdischer Knaben zum Handwerk wiederholt erörtert wurde, aber sie kann nur dann einen Zweck haben, wenn man sich darüber klar wird, daß die diesen Berufen zugewiesenen Knaben eine Zukunft haben. Das Handwerk hat heute nur einen Lehmboden. Es sind nur wenige Zweige, in denen die Handwerker voll im Gewerbe bleiben, entweder müssen sie sich auf Flickarbeiten beschränken- oder werden sie Fabrikanten und Händler. Referent teilt mit, daß er die Sache bei einer Bruderversammlung in Qablonz zur Sprache gebracht habe, wo im Gürtlergewerbe noch Aussichten seien. Gegenwärtig gibt es sechs jüdische Gürtler, von denen allerdings keiner das Handwerk gelernt und keiner einen jüdischen Lehrling hat. Trotzdem bestehen in Gablonz einige Aussichten; im allgemeinen ist jedoch dem jüdischen Lehrling der Aufstieg erschwert, da einerseits viele Gewerbe nur auf Lehrlingsarbeit eingestellt sind, andererseits der jüdische Geselle, selbst wenn er Fachbildung hat, schwer ein Unterkommen findet. In jüdischen Unternehmungen gilt er als Klassengenosse des Chefs, bei dessen Aufnahme die Arbeiter in den Streik treten. Wird er von den Arbeitern als Klassengenosse anerkannt, dann wird er in Kürze Sekretär einer Organisation. Nötig wäre es. dem jüdischen Lehrherrn die Überzeugung beizubringen, daß er soziale Verpflichtungen hat. In der Philanthropia hat sich von

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