B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 4 (4.1925)
- Date
- 1925-04-01
- Page
- Seite 106 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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116 Brüder in Palästina, die in diesen Tagen durch die Eröffnung der Universität in Jerusalem ihre ideelle Krönung erfährt. ,Wir sollen ein Segen sein der ganzen Menschheit'. Ist die Menschheit kein Abstraktum, sondern eine reale Person, dann ist in der Hierarchie der Werte die Bewertung der Menschheit als Konkretura gegeben. W. Stern sagt: , Weder die Besonderheit der Individualitäten, noch der Rassen und Nationalitäten, weder die Unterschiede der Geschlechter, noch der Stände, *ind dem wahrhaft Menschlichen entgegengesetzt, dies Menschliche ist nicht ein allgemein Menschliches im Sinne der Aufhebung aller Verschiedenheiten, sondern ein gemeinsam Menschliches, ein Gesamtmenschliches im Sinne des Zusammenklingens aller Unterschiede zum vollen Akkorde persönlichen Menschheitserlebens'. Diesem gemeinsam Menschlichen wollen wir dienen, ihm wollen wir alle trennenden Überzeugungen unterordnen, ohne unsere Eigenart, ohne unsere individuelle Einheit aufzugeben. Wenn wir dies tun, dann werden wir in Harmonie dem Orden dienen und auch ihm zum Segen gereichen." Nachdem Br. Vizepräsident Ludek D u x im eigenen und im Namen der anderen Beamten dem Großpräsidenten und Br. Expr. Dr. Rosenbaum gedankt hatte, überbrachte Br. Expr. Dr. Klemp e r e r die Wünsche des österreichischen Distriktes. Er verwies auf die Errichtung der Universität in Jerusalem und erklärte, Humanität. Humanismus und Universität seien nicht voneinander zu trennen. „Hier in diesem Staate", sagt er, „sind Humanismus und Humanität vereinigt, denn an seiner Spitze steht ein edler Vertreter des Humanismus, dem wir Juden stets dankbar sein müssen. Wenn Sie Gewicht darauf gelegt haben, daß neben der „Bohemia", der Stammutter aller Logen, und der „Praga" eine „Humanitas" steht, so soll damit zum Ausdruck gebracht werden, daß hier Menschheitsziele verfolgt werden." Namens der Logen „Bohemia" und „Praga" sprach der w. Präsident der „Bohemia" Br. Adolf L i 11 i n g die Glückwünsche aus. „Wie im Leben der Menschen," sagte er, „so geschieht es auch manchmal im Leben der Loge, daß die Schwestern jene Pflichten übernehmen, die sonst nur der Mutter obliegen. Die Logen „Bohemia" und „Praga" glaubten diese Pflicht nicht besser betätigen zu können, als daß sie eine Reihe bewährtester und arbeitsfreudiger Brüder in die Reihen der „Humanitas" stellen, damit sie Führer und Lenker ihrer ersten Schritte seien. Unter dieser Führung werden Sie gewiß jene Wege gehen, die nach den Zielen unseres Ordens weisen. Und wenn Sie diesen Weg sich erleichtern wollen, dann kräftigen Sie in sich den Glauben an diese Ziele. Die Tagesarbeit, die uns nie zur Ruhe kommen läßt, bringt uns auch in Gefahr, das Höchste zu verlieren, was wir als Menschen besitzen, das Leben in uns selbst. Die Loge lehre Sie, sicli dieses Leben zu bewahren! Sie werde Ihnen eine Pflegestätte der Selbsterziehung, und der höchste Erfolg der Selbsterziehung sei die Toleranz! Niemand hat die Folgen der Intoleranz so schwer empfunden, wie wir Juden. Darum pflegen wir in der Loge den Gedanken der Menschenverbrüderung, und von diesem Gestade reichen Ihnen die älteren Brüder die Hand zur gemeinsamen Arbeit. „Bohemia" und „Praga" wünschen Ihnen aufrichtig und herzlich, daß in Ihrer