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B'nai B'rith · 1925-04-01 · 4 (4.1925) · p. Seite 102

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Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
4 (4.1925)
Date
1925-04-01
Page
Seite 102 (sequence 22)
Language
German
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102 Angehörige anderer Nationen. Nation ist uns auch nicht Sprache, und Sprache nur ein Mittel, um uns zu verständigen, um unsere Gedanken auszudrücken und uns dadurch, daß wir unser Denken kennen lernen, zu nähern, nicht aber uns zu trennen. Die Sprache hat Menschen zu verbinden und nicht zu trennen und sie darf auch keine Scheidewand sein zwischen unseren Logen. Ich habe von einem Vergleiche unseres Stammes mit dem tschechischen Volke gesprochen. Das tschechische Volk hat das große Glück, nicht in der Diaspora leben zu müssen. Allein war dem immer so? Auch mit seinem Geiste? Erlauben Sie mir, daß ich in diesem Zusammenhange Ihnen den Mann zitiere, der wohl als der größte Sohn der tschechischen Nation zu bewerten ist: ,Jan Arnos Komensky'. Denken Sie an die Zeit, als nach der Schlacht am Weißen Berge die tschechische Nation geknechtet, ihrer Freiheit und ihres Besitzes beraubt, darniederlag; was war es, was damals die tschechische Nation hochgehalten hat? War es Gewalt, Haß, Feindschaft gegen andere Nationen, oder war es nicht vielmehr der hoffnungsvolle Gedanke der Böhmischen Brüder und allen voran Komenskys, die ihre Mission darin sahen, nicht Haß mit Haß, sondern Haß mit Liebe zu vergelten, durch Aufklärung des Volkes und der Völker, durch die Schule zu wirken, durch eine Schule, die nicht allein Bildung im Sinne gewöhnlichen Wissens, sondern Wissens im Sinne von Herzensbildung zu vermitteln hatte? Durch die Schule, welche als Endzweck die Veredelung der Menschen hatte, hat er die Wiederaufrichtung der nationalen Güter erhofft. Diese Mission, für die sich Komensky begeisterte, war es, die der tschechischen Nation Ansehen in allen Ländern und zu allen Zeiten brachte, die Mission, die darin bestand, durch die Schule zur Aufklärung, durch Aufklärung zur Veredelung und durch Veredelung zur Menschenverbrüderung zu streben. Denken Sie an jene Zeit, als Komensky mit seinen Getreuen nicht deswegen, weil er Tscheche, sondern weil er Aufklärer war, die Heimat verlassen mußte, die Heimat, die auch unsere Heimat ist und an der wir alle ohne Unterschied des nationalen Standpunktes mit gleicher Liebe hängen. Als Exulant an der Grenze seines Vaterlandes angekommen, sprach er Worte, die der tschechische Dichter Arnost Dvorak formte, Worte die ein Programm darstellen, von dem ich wünschen würde, es möge Ihr Programm werden: ,Jdeme do veku noveho, svetlejsiho, jdeme ke vsem närodüm. k pfiteli i nepfiteli, a nase düo vzkvete po celem svete! Ucinime cloveka vedoucim a pracujicim, a tak ho ucinime spravedlivym, dobrym. Ve vsech zemich vlozime do rukou deti, i tech nejchudsich a nejopovrzenejsich, sve ucebnice. Lide i tfldy i närodove se poznaji a zamiluji si sebe. Teprve pak se skonci nepfätelstvi lidi i zästi tfid i välky närodü a nastane sbratfeni vsech! A v den. kdy tento zäpas näs, byi teprve za veky, .bude vybojovän. v ten den nasi pravnukove, vitezni, zase nove düo ucini cüem svym. jeste vyssi a jeste vetsi, zase püjdou za ne zäpasit, zase trpet. zase vitezit!' (In deutscher Übersetzung: ,Wir gehen in ein neues, lichteres Zeitalter, wir gehen zu allen Nationen, zu Freund und Feind, und unser

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