B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 2 (2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 54 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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54 berichtet, daß, obgleich die Verhältnisse noch immer ungünstig sind, sich doch schon die Aussichten bessern und daß es möglich sein wird, 400 Einwanderer im Monat unterzubringen. Am leichtesten wird es. die Einwanderer im Handel und Gewerbe unterzubringen. Sehr gut wäre es, den Einwanderern mit landwirtschaftlicher Erfahrung zu helfen, nur würde dies größere Geldmittel erfordern. Amerikanische M i t g 1 i ed e t v e r h ä 11 n i s s e. Br. John Klein von der Los Angelos-Loge hat im letzten Jahre an 1000 Mitglieder angeworben. Dies istzweifellos ein Rekord. Andererseits thaben andere Logen, nachdem sie eine große Anzahl von Mitgliedern gewonnen haben, nicht die Fähigkeit besessen, sie festzuhalten. Eine besonders große Loge war genötigt, vor1 einigen Monaten einige hundert Mitglieder zu «©spendieren, obzwar sie seitdem einen großen Teil derselben wieder gewonnen hat. * W a n d e r a r m e n f ü r s o r g e. Br. S e e 1 i g is o h n berichtet über die Sitzung betr. WandSera r m e n f ü r s o r g e. Es waren Vertreter aus Dresden, Halberstadt, Köln u. Frankfurt a. M. anwesend. Es wurde eine Arbeitsgemeinschaft der drei Organisationen. D. I. G. B., Großloge für Deutschland und Zentralwohlfahrtsstelle gegründet. Die Arbeiten selbst sollen von einem Direktorium, das aus drei Personen besteht, geleitet werden. Der Arbeitsnachweis soll neu organisiert werden. Er bittet, einen Vertreter der Großloge für das Kuratorium des Arbeitsnachweises zu bestellen. Br. Ginsberg, in seiner Vertretung Br. Goldschmidt, wird in das Kuratorium des Arbeitsnachweises entsandt. Eine Einführung vor 1500 Personen. Als Beweis für die Tendenzen der amerikanischen Logen, die Einführungen öffentlich vorzunehmen, dürfen wir einen Bericht anführen, der in der Deizembernummer des „B'nai B'rith Magazine" über die Einführung in der Argo-Loge (Washington) enthalten ist, an der führende Protestanten, Katholiken und Juden von Washington allgemein teilnahmen, Sie wurde am 22. Oktober 1924 abgehalten. Etwa 1500 Personen waren anwesend. Die Hauptredner waren der w. Rev. James Fr ee man, Episcopal-Bischof in Washington, Roe F n 1 k e r s o n. Vizegroßmeister der Freimaurer-Großloge, James A. Su Iii van. Staatsdeputierter, Leo A. Rover, ehem. Staatsdeputierter, Henry A. Alex a n d e r, Groß-Präsident des Distriktes No. V (B'nai B'rith), Dr. Abraham Sim o n, Rabbiner des Tempels in der VIII. Straße, schließlich Cuno H. Rudolf, Regierungsikomniissär des Columbia- Distriktes. Der Kommissär Rudolf überbrachte der Loge Grüße der Behörde und führte aus, daß die Feierlichkeit einzigartig in der Geschichte der Hauptstadt sei; er meinte, daß auf diese Weise künftig weitreichende Ergebnisse in der Beseitigung der Intoleranz erzielt werden dürften. Bischof F r e e m a n führte als Protestant und Freimaurer aus: „Wenn dieser bedeutende Versuch fortgesetzt werden wird, so werden alle Feindschaften und Absonderungen aufhören. Alles, was auf eine Spaltung oder gefährliche Teilungen hinarbeitet, ist eine Gefahr." Rover führte aus: „Protestanten. Katholiken und Juden stehen auf einem gemeinsamen Boden. Wir können keinen Grund zu Zwistigkeiten haben, weil wir alle für Gott und für Amerika stehen. Der wahrhaft religiöse Mensch kann nicht Menschen gegen Menschen im Namen der Religion aufhetzen. Diese Versammlung beweist die Tatsache, daß Menschen aller Konfessionen den Wunsch haben, in Frieden und Harmonie zu leben." In einem Briefe an den Sekretär der „Argo"-Loge schrieb kurz nach dieser Versammlung Kommissär Rudolf: „Ich fühle, daß die geistigen Anreger dieser allgemeinen Versammlung eher zu beglückwünschen sind, als wir, die wir das Vorrecht genossen, Zeugen dieses wunderbaren Ereignisses zu sein."