B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 1 (1.1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 tschechoslowakischen Distriktes statt. Die tschechoslowakische Großloge stellte sich mit den Skizzen des berühmten tschechischen Malers Ales ein, der schon vom Gymnasium hör mit unserm Jubilar in inniger Freundschaft verbunden war, die w. „Praga" mit den Dichtungen des gefeierten tschechischen Dichters Adolf Hey d u k, der als Xeiehenprofessor am Piseker Gymnasium Ehrmanns künstlerische Begabung erkannt und wesentlich gefördert hatte. Und so war es der tschechoslowakischen (iroßloge und der „Praga" gelungen, durch die Treffsicherheit ihrer Geschenkwahl. durch eine Art Verkörperung wertvoller und unauslös cid i c h er J u gen d e r in 11 erungen aus dem Leben des Jubilars, diesem eine ungewöhnliche Freude zu bereiten. Die w. „Bohemia" überreichte durch den Berichterstatter eine geschmackvoll gearbeitete silberne Serviertasse, deren einfache Inschrift sich durch die darüber gesetzten beziehungsreichen Worte aus dem Psalm 84, 8: „Me - chajil el chojil" individueller abhob und sichtlich Eindruck auf den Jubilar machte. Die in hebräischen Buchstaben gravierten Worte bedeuten „von Kraft zu Kraft" und sind als geheiligte Formel im religiösen Lehen frommer Glaubensgenossen bekannt. Am Ausgange des Versöhnungsfestes besteht der Brauch, daß man noch vor dem Abendessen, anschließend an das soeben durchgeführte Fastengebot, zur Erfüllung eines neuen göttlichen Gebotes, wenn auch nur in symbolischer Form, schreitet; man eilt zur Baustätte der zu errichtenden Laubhütte und legt daselbst ein Stückchen Holz oder einen Zweig nieder, indem man diese Handlung mit den obgenannten Worten begleitet: „Mechajil el ehojil" (Von Kraft zu Kraft). Es soll damit gesagt werden, daß die Kontinuität im Dienste dee Heiligen mit Rücksicht auf das nach einigen ,Tagen anbrechende Laubhüttenfest gewahrt bleibe. In der Inschrift aber sollen diese Worte dem Wunsche Ausdruck geben, daß unserm verehrten Jubilar die Kraft, die er bisher an den Tag gelegt habe, im persönlichen und überpersönlichen Sinne erhalten bleibe, daß die Kontinuität dieser wertvollen Kraft sowohl in seinem persönlichen Leben noch viele Jahre andauere, als auch über sein irdisches Leben hinaus in ihren Wirkungen" ihre Fortdauer bewähre. Am 20. Dezember fand im Prunksaale des „Hauses der Industrie" die Festsitzung statt, die in der Festrede des Br. Expr. Prof. Dr. Ludwig Braun ihren Höhepunkt erreichte. In anziehendem Gedankengange ließ er vor uns das Bild des Jubilars erstehen, des Mannes und seines Werkes, in allen seinen vielfältigen Beziehungen zum Leben, zur Kunst, zur Wissenschaft, zur Sittlichkeit und zum Orden. Diese Rede, das Muster einer Prunkrede im edelsten Sinne des Begriffe«, die über dem berechtigten Lobe nicht verabsäumte, eine ungetrübte Quelle für die tiefere Erkenntnis des Grundwesens unseres Jubilars zu. sein, war der Gipfelpunkt des Festes. Daran schlössen sich die Ansprachen des Ehrengroßpräsidenten der deutschen Großloge (Geh. Justizrat B. Dr. Timend o r f e r), des Großpräsidenten der tschechoslowakischen Großloge (Dr. Josef Popper), der in markigen Worten Ehrmann als Bruder würdigte, und des Großpräsidenten der polnischen Großloge (Dr. Leon Ader). Tief gerührt vom überwältigenden Ausdruck der Bruderliebe, die in dieser Festsitzung gleich einer Offenbarung die Seele jedes Bruders mitschwingen ließ, dankte der Großpräsident Hofrat Prof. Dr. S.i Ehr m a n n in schlichten, aber tief zum Herzen gehenden Worten für die Liebe, die ihm zuteil geworden sei, und erneuerte sein Gelöbnis, seine besten Kräfte für den Orden einzusetzen. Ungemein stimmungsvoll wirkten, als der Jubilar den Festsaal betrat, das vom Harmonium begleitete Hallelujah und daran anschließend die Absingung des Psalmes 23: „Der Herr ist mein Hirte". Tief ergreifend sang Br.