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B'nai B'rith · 1925-01-01 · 1 (1.1925) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
4 (1925)
Issue
1 (1.1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 einen Grad der Menschenliebe, der tiefsten Brüderlichkeit erreicht hat, der den meisten von uns noch lange fehlt, der aber aus unserem Bunde heraus in ihm gewachsen ist, bis er allen fühlbar wurde und weit, weit hinaus reichte über den engen Kreis der Brüder. All das, was wir heute mit Hilfe eines großen Repräsentations- und Krankenkomitees manchmal mühselig erreichen, das tat Dr. Josef Bondy aus innerstem Bedürfnis heraus und sein Beispiel wurde Beispiel für viele andere. Es war noch im Kriege, manche Brüder waren eingerückt, hier in Prag saß die Frau, waren Kinder zurückgeblieben, oft in schwerer Sorge, monatelang ohne Nachricht. Aber Br. Dr. Bondy — der alte, alleinstehende Junggeselle — kam zu diesen Frauen, nicht als der Freund des Gatten, — als Bruder kam er, mit aller Liebe und Schonung, die der beste Bruder aufzubringen vermag, und erfüllte in überströmendem Maße seine Bruderpflicht, unvergeßlich für die von ihm Beschenkten .... Meine lieben Brüder! Ich hatte eigentlich die Absicht, hier von dein Denker Josef Bondy zu sprechen, aber der Zufall, der mich gestern zu seinem Grabe führte, hat mich abgelenkt und gezwungen, Sie an den brüderlichen Menschen zu erinnern, an das warme Herz, das für Sie alle geschlagen hat. an das Unvergängliche, das in Dr. Josef Bondy stark und groß war. Und ich glaube, es ist besser so. Denn um so lieber werden Sie und auch jene von Ihnen, die Josef Bondy nicht kannten, nach seinem Buche greifen, das mehr von seinem Verstände, von seinem Geiste, seiner hohen Begabung, als von seinem Menschentum spricht, wenn Sie sich vergegenwärtigen, was er-uns war. Sein Buch aber, „Jobs Rätselbuch", wird Ihnen über die Erinnerung hinaus auch Freude und Anregung bringen. Denn es muß Freude bereiten, dem verborgenen Sinne dieser oft geheimnisvollen Verse nachzuspüren und manchmal rasch, manchmal nach langem Grübeln die Lösung zu finden. Es muß Freude bereiten, einen kindlich reinen Dichter, einen lieben und wertvollen Menschen auf Wegen zu verfolgen, die dem Verstände entspringen und doch im Herzen münden, die merkwürdigsten und gar nicht beachteten Seiten der Alltagsdinge zu entdecken und mit dem Rätseldichter den vielfach verschlungenen Pfaden des Lebens zu folgen. Viel gesunden Humor, Witz und Schelmerei eines lieben Freundes, aber auch manchen tiefen, reifen Gedanken eines Natur- und Lebensforschers werden Sie darin finden. Und wenn es Ihnen gelingen wird, die Rätsel zu lösen, zu denen die Herausgeber nach dem Beispiele anderer Rätselsammlungen die Lösungen nicht hinzudrucken ließen, dann möge Ihnen das immer herzlich bewegte, offene, von tiefer Freundschaft erfüllte Gesicht des Dichters mit den hellen Augen erscheinen, jenes Ben B'rith, dem unsere ,.Praga" viel, viel mehr als diese Rätselsammlung verdankt, mit der wir sein Andenken ehren wollen. Job's Rätselblich. Zu beziehen durch die Loge „Praga", Prag II., Rüzovä 5. In Pappe gebunden Kc 30'—, Luxusausgabe Kc 80*—,

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