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B'nai B'rith · 1924-11-01 · 9 (11.1924) · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
9 (11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 242 (sequence 18)
Language
German
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242 Bei diesen Worten erfolgte die Enthüllung zweier großer Ölgemälde der beiden s . w. Großpräsidenten, Hofrat Prof. Dr. Ehrmann und Dr. Popper, die, in geschmackvoller Drappierung umkleidet, über dem Sitz des Vizepräsidenten angebracht sind. Die beiden Bilder sind ein Meisterwerk, geschaffen von der Hand unseres Wiener Br. Rappaport. Im weiteren Gang der Sitzung erfolgte nunmehr die Ernennung des Br. Dr. Ruhig zum Wächter und des Br. Gestettener jun. zum Marschall seitens des w. Präsidenten Fischer. Zum Pflegerobmann ernannte er den Br. Alexander Neurath. Nun ergriff noch einmal Br. Großpräsident Hofrat Ehrmann das Wort: „Im Namen der Großloge des österreichischen Distriktes XII und im Namen aller in diesem Distrikte vereinigten Logen spreche ich Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch aus. Ich tue es mit einem lachenden und mit einem tränenden Auge. Mit einem lachenden, weil unser Orden um ein schönes Glied stärker geworden ist, mit einem tränenden, weil eine ganze Anzahl von Brüdern, zu denen wir in herzlichstem und brüderlichstem Verhältnisse gestanden und zwar nicht ganz genommen, aber doch als Mitglieder genommen wurden. Meine erste Aufgabe, der ich mich hier zu entledigen habe, sind Worte des Dankes; Dank dafür, daß Sie uns Ihre Anhänglichkeit so lange bewiesen haben und so lange gezögert haben, aus dem alten, liebgewordenen Verhältnisse auszuscheiden. Das Zweite sind Worte, die ich mit der Bitte um Verzeihung verknüpfen möchte; um Verzeihung dafür, daß ich es selbst gewesen bin und Brüder um mich, die Ihnen zugeredet haben, eine neue Loge zu gründen und formell aus unserer Mitte zu scheiden. Sie werden es mir verzeihen, wenn Sie bedenken, daß es Pflicht eines jeden echten Ben B'rith ist, Interesse und Ansehen des Ordens höher zu stellen als das engere Interesse seiner Loge. Das ist der Geist, der uns alle Brüder beseelen soll. Wir müssen auch Resignation üben. Wir haben in den letzten Jahren viele bittere Trennungen erlebt. Wir mußten uns vor Allem in zwei selbständige Großlogen teilen und so sehen wir wieder den Sinn des ewigen Lech Lecho, das den Juden immer wieder zugerufen wird: „Gehe hinaus aus Deinem Vaterlande und werde anderwärts zum Segen!" und das ist auch der Sinn dieser Logengründung, durch die gesegnet sein sollen alle Geschlechter der Erde. Mögen Sie auch gesegnet sein auf Ihren weiteren Wege, mögen Sie sich entwickeln zu einer Musterloge, zu einer wirklichen Loge des Ordens B'nai B'rith und Ihr Distrikt und wir alle werden uns mit Ihnen freuen. Meine lieben Brüder! Die Loge Wien hat Ihnen als Angebinde zwei Menorahs gespendet. Mögen Ihnen diese noch lange leuchten, mögen Sie in dieser Loge Befriedigung finden, möge schließlich die Loge lange, lange ihren Lebensweg wandern. Meine lieben Brüder! Sie hatten die Freundlichkeit, mein körperliches Bild, von Meisterhand ausgeführt, hier in Ihrem Logentempel neben dem des Br. Großpräsidenten Popper zur Aufstellung zu bringen. Wir haben keine Bildnisse von unseren großen Männern bis etwa zur Mitte des 15. Jahrhunderts und doch sind diese die Begründer

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