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B'nai B'rith · 1924-11-01 · 9 (11.1924) · p. Seite 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
9 (11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 228 (sequence 4)
Language
German
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228 Jeder dieser sieben Brüder erhielt von der Loge durch die Hand Br. Dr. Zieglers zur Erinnerung an diese Stunde das in Gold ausgeführte Logenabzeichen, den siebenarmigen Leuchter. Vier Karlsbader Brüder sangen das Weihelied: „Brüder, reicht die Hand zum Bunde." Und nun erhob sich Großpräsident Dr. Popper zur Erwiderung der Begrüßungsworte und führte aus, daß er die ehrenden Worte des Br. Präsidenten, der ihn mit einem Hohepriester verglichen hatte, nur namens seines Amtes quittieren könne. Soweit aber der Mensch sich von seiner Person abstrahieren könne, versuche er es auch in seinem Amte. Auf die Worte des Br. Präsidenten, der Schuldbewußtsein und Selbstbewußtsein als die beiden Pole des jüdischen Wesens bezeichnet hatte, reflektierend finde er Selbstbewußtsein als individuelles Recht auch des Bruders. Schuldbewußtsein aber sei Bewußtsein der Schuld, das ist der Pflicht zum Ganzen. Und wenn die Loge Karlsbad auch manchmal anderer Ansicht war, als berufene Lehrer und Führer des Ordens, so sei doch niemals in grundlegenden Sachen eine Disharmonie laut geworden. Als Beweis hierfür hebe er die jüngste Manifestation der Loge, die Beantwortung der Fragen des Exekutivkomitees hervor, die einen klaren Beweis dafür bilden, daß die Loge den Ordensgedanken voll erfaßt habe. Da aber jedes Amt durch eine Person vertreten sein müsse und vielleicht in manchen Köpfen die Vorstellung zwingend geworden sei, daß Verschiedenheiten zwischen den Auffassungen der Großloge und der Loge Karlsbad obwalten, sei er persönlich erschienen — und nur Krankheit hätte ihn am Erscheinen verhindern können — um darzutun,, daß Verschiedenheit der Auffassung in Nebensachen die volle Ubereinstimmung im Wesen der gemeinsamen Pflichten nicht erschüttern könne. Deshalb quittiere er mit besonderem Danke das ungewöhnlich feierliche Bekenntnis des Br. Präsidenten zu den Grundsätzen des Ordens. Der Großpräsident schloß mit der Bitte, die Treue zu diesen Grundsätzen des Ordens im Sinne des Gelöbnisses des Br. Präsidenten bewahren zu wollen. Namens des zwölften Ordensdistriktes beglückwünschte Expräsident Br. Dr. Klemperer (Wien) die Loge „Karlsbad" und betonte: Maßgebend sei für die Bedeutung der „Karlsbad" nicht die Zugehörigkeit zu irgend einem Distrikt, sondern vielmehr ihre Internationalität und der Umstand, daß sie Sammelpunkt aller Brüder sei und daß von ihr zahlreiche wertvolle Anregungen, wie insbesondere die Idee des allgemeinen Brudertages ausgegangen seien. Für die übrigen tschechoslowakischen Logen sprach Br. Expr. Obermagistratsrat Dr. F e i t h (Moravia) und zeigte in visionären Sätzen die Pflichten der Brüder und den Sinn des Ordensgedankens auf. Schließlich übermittelte Br. Dr. H u p p e r t (Breslau) der w. Karlsbad die Grüße der schlesischen Logen. Dr. Walter K o h n e r erhielt nun das Wort zur Festrede. Sein Referat, ebenso geschlossen im Aufbau, kühn in seinen Gedankengängen, wie hinreißend in seinem Glauben an die Sendung des Ordens, wird an anderer Stelle zur Kenntnis der Leser dieser Zeitschrift gelangen.

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