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B'nai B'rith · 1924-09-01 · 7 (9.1924) · p. Seite 198

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
7 (9.1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 198 (sequence 12)
Language
German
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198 Danzig, Frankreich. Holland, Italien, Litauen, Nordamerika, Palästina, Rumänien, Rußland, die Schweiz und die Türkei. Die B'nai-B'rith-Distrikte des Kontinents waren vollzählig vertreten u. zw. der VIII. Distrikt (Deutschland) durch den Großpräsidenten Geheimrat B. Timendorfer, der IX. Distrikt (Rumänien") durch den Gr. Pr. Oberrabbiner N i e m i r o w e r, der XI. Distrikt (Orient) durch die Mitglieder des Generalkomitees Dr. J. Eskenazi und H. G. R e i s n e r, der XII. Distrikt durch den Gr. Pr. Hofrat S. Ehrraann, der XIII. Distrikt (Polen) durch den Gr. Pr. Dr. Leon Ader und Palästina durch den designierten Gr. Pr. D. F e 1 i i n. Als Delegierter unserer Großloge war der Vizegroßpräsident Dr. F. S c h a n z e r in Aussicht genommen, welcher jedoch aus Gesundheitsrücksichten nicht an der Tagung teilnehmen konnte; infolge dessen übernahm die Vertretung der Großsekietär Dr. Wiesmeyer, welchen die Fürsnrgezcntrale entsandt hatte. Großpräs. Dr. F. Popper wohnte am 24. August einer Sitzung der Konferenz bei. Überdies hatte die Loge in Amsterdam ihren Präsidenten Dr. A. van R a a 11 e und die Londonloge den Br F. Gilbert delegiert. Die Eröffnungssitzung, welche am 21. August um 8V2 Uhr abends stattfand, nahm einen feierlichen Verlauf. Der Kursaal in Karlsbad, in welchem die Konferenz tagte, war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Neben den Delegierten hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden. Umgeben von den Mitgliedern des Zentralrates betrat zur anberaumten Stunde der Obmann des Exekutivkomitees Leo Matzkin die Estrade, auf welcher vorher die offiziellen Persönlichkeiten Platz genommen hatten. Nach deren Begrüßung entwarf Motzkin in nahezu einstündiger Rede ein Bild der Entwicklungsgeschichte und der bisherigen Leistungen der jüdischen Welthilfsorganisation. Einzelne Hauptpunkte seien hier angeführt: zunächst die großzügige Aktion für die vielen Tausende jüdischer Flüchtlinge in Bessarabien im Herbste des Jahres 1921, welche eine Unsumme von Geldmitteln und Interventionen erforderte. Unmittelbar darauf begann die tätige Fürsorge für die Hungeropfer in der Ukraina. Schiffsladungen mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidungsstücken wurden nach Odessa verfrachtet und dort von besondern Emissären der Welthilfskonferenz unter Beistand von Vertrauensmännern der einheimischen Bevölkerung und unter dem Protektorate der Nansenschen Organisation, der Internationalen Kinderhilfe und des Internationalen Rotes Kreuzes ihrer Bestimmung zugeführt wurden. In der späteren Zeit trat die Kinderhilfe in den Vordergrund, es wurden 31 Kinderküchen errichtet, in welchen Tausende von Kindern, zumeist Waisen, verpflegt wurden. Neben der Kinderhilfe wurde auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge und der Rekonstruktion in Zusammenarbeit mit den Gesellschaften „Ose" und „Ort" Erhebliches geleistet. Im Vordergrunde der Arbeit des letzten Jahres steht das Problem der Vereinigten Jüdischen Volksbank, welches nunmehr verwirklicht werden soll. Daneben lief noch eine Reihe von kleinern Aktionen, welche vom Referenten erläutert wurden. Zum Schlüsse registrierte er das Gerücht von einer Gebemüdigkeit der Juden und rief allen Anwesenden, insbesondere den amerikanischen Glaubensgenossen unter Hinweis auf die großen noch zu bewältigenden Aufgaben zu: „Noch ist nicht die Zeit gekommen, da wir müde sein dürfen." Nach dieser Rede folgten die Begrüßungsansprachen. Zunächst begrüßte Bezirkshauptmann Fiedler die Konferenz im Namen des Ministers des Innern und gab dessen Bedauern Ausdruck, daß er persönlich verhindert wäre, an den Konferenz teilzunehmen. Mit schmeichelhaften Worten würdigte sodann der Vertreter des Ministeriums für soziale Fürsorge, Inspektor T 1 a p a k, die Bedeutung und die Leistungen der Welthilfskonferenz sowie die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Organisation. Maurice G u e r i, welcher als Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes und der Union Internationale de Secours aux Enfants der Tagung bis zum

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