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B'nai B'rith · 1924-06-01 · 6 (6.1924) · p. Seite 156

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
6 (6.1924)
Date
1924-06-01
Page
Seite 156 (sequence 10)
Language
German
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156 offenbar nicht Muster sein, weil uns das Band der Familie nicht umschloß. Eine andere Aufgabe erwächst aus der Brüderlichkeit. Das ist die Aufgabe, für jene Brüder zu sorgen, die im Strome der Zeiten ohne ihr Verschulden zu versinken drohen und vor allem für unsere Witwen und Waisen. Haben wir diese Pflicht bisher erfüllt? Dann erst kommen die Menschheitsaufgaben, denen wir uns zuwenden müssen. Da erscheint es, wie ich bereits betonte, als unsere erste Pflicht, mitzuhelfen an dem großen Werke des Wiederaufbaues Palästinas. Wie immer wir politisch zum Zionismus stehen, wie immer wir national gesinnt sind, die Aufbaufrage Palästinas ist für uns eine Menschheitsfrage. Bilden wir erst die Gemeinschaft, dann brauchen wir nicht weiter nach Aufgaben zu suchen, dann erwächst die Norm unserer Handlungen aus dem Gemeinschaftsgefühl von selbst und auch jene, die nicht aus dem Ethos heraus handeln, können nicht anders als im Geiste der Gemeinschaft ihre Taten setzen. Die Ethik kennt eine Motivenverschiebung. Handlungen, die aus einem nicht ethischen Motiv hervorwachsen, werden mit der Zeit, wenn sie die allgemeine Wohlfahrt fördern, aus ethischen Motiven gesetzt werden. Gar mancher lernt in der Gemeinschaft sich unterordnen und das Wohl des Ganzen dem eigenen vorziehen. Aristoteles sagt, daß Eigenschaften dadurch entstehen, daß man die entsprechenden Handlungen ausführt. Wohlhandeln führt zum Gutsein. Aus einem solchen Gemeinschaftsleben heraus erfließt die Norm, die wohl nicht wie die Norm des Rechtes durch äußere Mittel erzwingbar ist, oder sich erfüllt, wie die Norm der Religion durch die Furcht Gottes, die aber ihren Vollstrecker hat in dem, was Sokrates den Dämon nennt — in unserem Gewissen. Bericht über die Großlogentagung am 3. und 4. Mai 1924. Die feierliche Eröffnung der Großloge erfolgte am 3. Mai 1921 um 7 Uhr abends im Heime der Prager Logen, nachdem vorher durch vier Stunden das Generalkomitee seine Sitzung abgehalten hatte. Aus dieser Sitzung seien lediglich folgende Beschlüsse registriert: 1. Es wurde den Statuten der neuzugründenden Loge „Fides" in Bratislava die Genehmigung erteilt. (Ref. Expr. Dr. Schleißner.) 2. Uber Antrag des Referenten Großschatzmeister Glaser wurde für diese Loge aus dem Dr. Hammerschlag-Dr. Bloch-Fonds ein Beitrag von Kc 25.000— bewilligt. 3. Uber Antrag der w. „Karlsbad" wurde beschlossen, in der ersten Hälfte des Monates Juni 1925 in Karlsbad einen Brudertag der Logen des X. Distriktes abzuhalten, zu demselben die übrigen Großlogen Europas behufs Entsendung von Vertretern einzuladen; die Themen und Referenten hätte das Generalkomitee in seiner Herbstsession zu bestimmen. Eine Diskussion ist vorgesehen, eine Abstimmung hat nicht zu erfolgen. (Ref. Großvizepr. Dr. Schanzer.)

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