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B'nai B'rith · 1924-04-01 · 4 (4.1924) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
4 (4.1924)
Date
1924-04-01
Page
Seite 108 (sequence 22)
Language
German
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w Die Wahlen für das General-Komitee lieferten folgendes Ergebnis: Prof. Dr. S. Ehrraann, Großpräsident, Dr. Edmund Kohn, I. Vizepräsident, Dr. Moritz Schwalb, II. Vizepräsident, Direktor Alexander Hecht, Großsekretär, Ernst Simon, Schatzmeister und sonstige Mitglieder Dr. Wilhelm Knöpfelmacher, Dr. Paul Klemp e r e r, Dr. Siegfried Böser und Bernh. T a u s s i g. Ganz besonders verdient hervorgehoben zu werden, was die Loge „Wien" im letzten Jahre für die segensreiche Entfaltung des Vereines zur Versorgung hilfsbedürftiger isr. Waisen geleistet hat. Dieser Verein wurde 1861 gegründet und war während der Kriegsjahre notleidend. Er besitzt 2 Waisenhäuser, eines für Knaben und eines für Mädchen. Die Präsidenten, die in nachstehender Reihenfolge an seiner Spitze standen, waren die Herren: Wertheimer, Guttmann und Hofrat Dr. Kuranda. Am 6. Feber v. J. wurde über Antrag des Br. Richard Petschek der „Wien" beschlossen, daß der Verein unter Patronanz der Loge „Wien" genommen werde, um ihn zu neuem vollem Gedeihen zu bringen. Es wurde das Ernennungsrecht für 12 Vorstands-Mitglieder statutarisch dem Präsidenten der „Wien" übertragen, so daß der Loge die Majorität im Vereine gesichert ist. Br. Richard Petschek wurde im v. J. einstimmig zum Präsidenten des Vereines gewählt und unter seiner Präsidentschaft leistet der Verein wahrlich Großes. Budgetiert waren 3,600.000 ö. K. per Kopf und Jahr, der tatsächliche Verbrauch beträgt aber 6,000.000 ö. K. per Kopf und Jahr. Aufang Feber v. J. wurden 90 Waisenkinder übernommen, gegenwärtig sind 140 Waisenkinder untergebracht u. z. je 70 Knaben und Mädchen. Die Bestreitung der Regie erforderte im vorigen Jahre die Summe von 850 Millionen ö. K. und aufgebracht wurden 1460 Millionen. Von diesen 1460 Millionen haben Brüder, die dem Waisen-Komitee angehören (dieses als Propaganda-Komitee konstituiert), allein 800 Millionen gesammelt, woran die Brüder der „Wien" mit 380 Millionen partizipierten. (1 Million ö. K 500 Kc!) Wie mich die innerliche Besichtigung sowohl des Knabenals auch des Mädchen-Waisenhauses erkennen ließ, entsprechen sämtliche Einrichtungen dieser beiden Waiesnhäuser den denkbar höchsten Anforderungen. Herrliche, lichte, hohe Eß-und Schlafräume gibt es da, die Wasch- und Baderäume, ebenfalls groß und licht, sind in Marmor gehalten, es gibt einen Turnsaal, eine zahnärztliche Klinik, eine Buchbinder-Werkstätte, eine Schuster-Werkstätte u. s. w. Die Kinder, deren Aussehen und Stimmung das Behagen widerspiegelt, das ihnen der Aufenthalt dort bereitet, betätigen sich auf den mannigfachsten Gebieten; im Sommer wird beispielsweise auch Gartenbau betrieben, ihrer körperlichen und geistigen Ausbildung wird die denkbar größte Mühe und Sorgfalt gewidmet und das ist im Mädchenwaisenhaus das Verdienst der dieses mustergültig leitenden Direktorin Frl. N e u m a n n, und im Knabenwaisenhaus das Verdienst des ebenfalls auf der vollsten Höhe seiner Aufgaben stehenden Br. Direktors Thieberger, dem in der Pflege und Erziehung der Kinder seine Gattin als gütige, verständnisvolle Helferin treu zur Seite steht.

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