B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 4 (4.1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- Seite 98 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1*3 dort begrüßen zu können. Nehmen Sie nochmals mit dieser Versicherung die herzlichsten Glückwünsche unserer Großloge und der in ihr vereinigten Logen zu Ihrer Gründung entgegen! Den Glückwunsch der „Mutterlogen", Union, Bohemia, Karlsbad und Praga überbrachte der w. „Verkäs" der Präsident der „Bohemia", Prof. Dr. Starkenstein. Er führte folgendes aus: „Im Namen der Mutterlogen habe ich Ihnen, w. Präsident und l. Brüder der w. „Veritas", Gruß und Glückwunsch zu übermitteln. Es war naheliegend, daß Sie 1. Brüder, die Glückwünsche, die Ihnen heute an Ihrem Wiegenfeste dargebracht werden, durch die Wahl des Namens Ihrer Loge in eine bestimmte Richtung geleitet haben und die Ausführungen aller, die bischer glückwunschbringend vor Sie hingetreten sind, bestätigen dadurch diese Annahme, daß sie den Grundsatz: „nomen et omen", „im Namen liegt Vorsehung und Schicksal", zum Teil auch zum Inhalte ihres Wunsches wählten. Naheliegend, ja fast selbstverständlich ist es auch, daß man dem Neugeborenen aus allen am Geburtstage gegebenen Zeichen nur das beste Schicksal künde — und es müßte eine böse Fee oder ein übelwollender Zauberer sein, der aus den Falten und Runen, die der Name der Welt noch verschlossen birgt, an diesem Tage der Freude nicht das Beste künden wollte. Und so treten sie heute alle vor Sie hin, die guten, die besten Freunde, die Sie haben, und legen Ihnen, hoffnungsfreudig und von Zuversicht erfüllt, das glückverheißende Segens- Sprüchlein in die Wiege. Doch einem einzigen Wesen ist es gestattet, ohne übelwollend zu sein, am schicksalsreichsten Tage eines jeden Geschöpfes, an dessen Geburtstage, mit froher Zuversicht auch die Gedanken an jene Möglichkeit zu knüpfen, die dem Neugeborenen im Leben begegnen und an der Erreichung erstrebter Ideale hinderlich sein könnten. Dieses Wesen ist die Mutter. Bei ihr zweifelt niemand, daß ihr Herz übervoll ist in Verlangen nach höchstem Glücke für ihr Kind und eben darum darf sie neben dem vielen Licht, das vom glückverheißenden Namen ihres Kindes ausstrahlt, auch Schatten sehen. Nicht aus ängstlicher Schwarzseherei tut sie dies, sondern nur, um von Anfang an den klaren Weg zu sehen, den sie ihr Kind wandeln sehen möchte und nur darum sieht sie rechtzeitig die Schatten, um ihren Schützling aus diesen dem reinen Lichte zuführen zu können. Und solche Schatten, 1. Brüder, birgt auch der Name, den Sie sich für Ihre Loge erwählt haben. Wir zweifeln nicht daran, daß Sie sich diesen Namen erwählt haben in der vollen Erkenntnis des tiefen Sinnes, den er birgt. Das Erforschen seines Inhaltes ist die Erforschung aller Weisheit, aller Philosophie, sie birgt in sich die Geschichte einer ganzen Menschheit. Sie wissen, daß „Veritas", daß formale Wahrheit die Ubereinstimmung der Gedanken miteinander, die Ubereinstimmung der Gedanken mit den logischen enkgesetzen sein soll, ja daß „Veritas" eine Ubereinstimmung des Denkens mit dem „Sein" d. h. mit der „Wirklichkeit" ist und eben aus dieser Definition der Wahrheit heraus wissen wir, wie wenig „zeitlos" wahr ist, d. h. wirklich wahr bleibt. In dieser durch Erfahrung erworbenen Erkenntnis fühlen wir so recht die Relativität aller