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B'nai B'rith · 1924-04-01 · 4 (4.1924) · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
4 (4.1924)
Date
1924-04-01
Page
Seite 89 (sequence 3)
Language
German
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80 „Veritas" an Treue und Pflichteifer schaffen werden, wird mehr als vorübergehenden Wert haben, es wird bleibendes Gut werden." Hierauf werden die Beamten ritualgemäß installiert und durch Handschlag in Pflicht genommen. Sodann wendet sich Br. Großpräsident an die Brüder der w. „Veritas" und sagt etwa: „Dem Bekenntnisse, das Sie vor Jahren zu verschiedener Stunde in Ihren Mutterlogen abgelegt haben, folgt heute die Tat, die Ihr Werk dadurch krönt, daß nunmehr auch in dieser Stadt eine Arbeitsstätte unseres Ordens ersteht. Wenn wir uns die Frage vorlegen, was diese Tat bedinge, so gibt es dafür nur die eine Antwort, die Tat bedingt der Geist, der sie geboren, der Geist, dem Sie sich angelobt haben, als Sie in Ihre Mutterlogen eingetreten sind. Dieser Geist hat die Tat gezeugt und die Tat wiederum hat Ihren Geist angefeuert und die Hemmnisse und Hindernisse, die Ort und Zeit Ihrem Werke entgegenstellten, haben Sie dadurch hinweggeräumt, daß Sie mit Eifer und Begeisterung an das Werk gegangen sind und so zeigte sich wiederum die Wechselwirkung zwischen Geist und Tat. Der Geist ist es, der uns erfüllt und der uns befähigt, Taten in die Welt zu setzen und die richtigen Taten, die wir vollbringen, schaffen Befriedigung und diese wiederum ist es, die den Geist anfeuert und ihn immer weiter treibt zu neuen und schönen Erfolgen. Es ist eine alte Erfahrung in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, daß sie eine sittliche Idee erfaßt, daß sie den Kern dieser Idee wertet und erkennt und daß sie diesem Kern jene Form zu geben weiß, welche die ringende Zeit verlangt und die das Milieu bestimmt, und so geschieht es, daß unsere Pflichten mit der Zeit sich ändern, aber der Kern der Idee, die Menschenliebe, sie bleibt unverändert und sie ist es, die in verschiedenen Formen, zu verschiedenen Zeiten sich äußert, wie eben von Jahr zu Jahr der Kreis unserer sozialen Pflichten wächst und sich erweitert, das Verständnis für unsere sozialen Aufgaben sich vertieft. Wie Sie, meine lieben Brüder, den Kreis Ihrer sozialen Aufgaben erfassen, haben Sie kundgetan durch den Namen, den Sie für Ihre Loge erwählt haben. Hehre Gedanken erheischen ernste Formen und die Formen und Symbole sind bei uns nicht nur Äußerlichkeit, sie deuten auf die Wesensart, sie sind nicht nur Hülle, sie sind mehr, sie lassen den Kern durchscheinen und so glaube ich, daß es nicht Zufall ist, daß Sie den Namen „Veritas" für Ihre Loge gewählt haben. Ist doch „Veritas" das Streben nach Wahrheit, eine der Kardinaltugenden unseres Ordens, und welchen Rang sie in unseren Bestrebungen einnimmt, dürften Sie aus ihrer symbolischen Darstellung erkennen. Es wird Ihnen bekannt sein, daß als Symbol, unseres Ordens der siebenarmige Leuchter, die Menorah gilt. Betrachten Sie dies nicht als Zufälligkeit. Sie mahnt nicht nur an eine der glanzvollsten Epochen des Judentums, sie stellt nach unserem alten Ordensrituale sieben Kardinaltugenden dar; jeder ihrer Arme ist das Sinnbild einer dieser Tugenden: Der erste Arm bedeutet Licht; Licht als Zeichen der Aufklärung, Licht als Freude am Leben, Licht als zündender Funke, als Ansporn zu allem Guten und Edlen. Der zweite Arm bedeutet Gerechtigkeit; Gerechtigkeit, die wir zu üben stets verpflichtet sind, Gerechtigkeit, die

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