B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 3 (3.1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 83 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Interventionen bei den verschiedenen Ämtern wurden in Fürsorgeangelegenheiten 2050 unternommen, die vom Sekretariat besorgt wurden. Die Ausgaben für allgemeine Fürsorge, Durchwanderer, Invalide, Flüchtlinge, Emigranten, erreichten einen Betrag von Kc 114.533.76. Die Jugendfürsorgekommission ist in stetigem Ausbau begriffen und hat insbesondere auf dem Gebiete der Waisenfürsorge, durch Bestellung von Pflegschaften und Vormundschaften, Erhaltung eines Kindethortes, Errichtung einer Ferienkolonie für 16 karpathorussische Kinder gearbeitet. 68 Kinder standen in Fürsorge dieser Sektion. Die Gesamtausgaben betrugen 60.22l.ö5. Eine Kartothek aller in öffentlicher Fürsorge stehenden Kinder ermöglicht eine Kontrolle bei den verschiedenen Bekleidungsaktionen und der sonstigen Jugendfürsorge. Die Studentenfürsorge wurde im Berichtsjahre systematisch zur Selbstverwaltung hingeleitet und das Hauptgewicht auf eine Produktivierung der Studentenarbeit gelegt. In Unterstützung standen monatlich durchschnittlich 350 Studenten mit einem Gesamtaufwande von Kc 333.224.94. Am 1. Feber 1924 wurde das Studentenheim der Jüdischen Fürsorgezentrale in Kosif, das unter Aufwand erheblicher Geldmittel durch Umbau der angekauften alten Kosif er Synagoge gewonnen wurde, eröffnet und bietet 31 Studenten unentgeltliche Unterkunft. Zur rationellen Auswertung der Arbeit der verschiedenen auf sozialem Gebiete arbeitenden jüdischen Frauenvereine wurde eine Kommission für soziale Frauenarbeit gegründet, deren Arbeiten für die Zukunft große Erfolge erwarten läßt. Der Mitgliederstand erfuhr im Berichtsjahre eine Steigerung von 1070 Mitgliedern. Die Gesamteinnahmen an Mitgliedsbeiträgen betrugen Kc 175.178.74. Die Organisierungsarbeiten in Mähren wurden durch die Abhaltung einer Ausschußsitzung in Brünn bedeutend gefördert. Der Bericht hebt auch die repräsentative Funktion der Fürsorgezentrale gegenüber den staatlichen Behörden des In- und Auslandes hervor und verzeichnet mit Befriedigung die stetige Zusammenarbeit mit dem großen jüdischen und nicht jüdischen sozialen Organisationen des In- und Auslandes. Über die interne Tätigkeit wird berichtet, daß das Büro der Fürsorgezentrale 2 Sekretäre, 1 Buchhalter, 1 Korrespondentin und eine Hilfskraft beschäftigt. Sitzungen der verschiedenen Ausschüsse und Kommissionen fanden 118 statt, 75 Orte wurden von den Sekretären besucht und di e Briefbewegung weist Ausgang von 16.699 Briefstücken und einen Einlauf von 2.494 auf. Interventionen in Organisationsangelegenheiten wurden 465 unternommen. Der Organisierungsarbeit wird die größte Aufmerksamkeit zugewendet, während Einzelfürsorge nur im Rahmen der verschiedenen Kommissionen provisorisch geleistet wird, und die Verweisung von Petenten an die zuständigen Stellen das Entscheidende ist. Es handelt sich nicht darum, die Tätigkeit der einzelnen Wohlfahrtsinstitute und Vereine zu übernehmen, sondern vielmehr um eine rationelle Unterstützung, Stärkung, Ausbau und eventuelle Neuschaffung von Wohlfahrtsinstitutionen. Der Bericht wurde durch Sonderreferate, die allgemeinen Beifall fanden, ergänzt. Aus dem Kassaberichte heben wir hervor, daß die Gesamteinnahmen einen Betrag von Kc 902.387.45 ausmachten, denen Ausgaben in der Höhe von Kc 879.029.51 gegenüberstehen. Dem abtretenden Vorstande wurde das Absolutorium erteilt. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Zum Präsidenten wurde Br. Adolf Glaser (Prag) gewählt, zu Vizepräsidenten die Brüder: Direktor Otto Freund (Prag), Dr. Alois Hilf (Mährisch Ostrau), Dr. Max Hutter (Pilsen), Dr. Josef Popper (Prag). In das 16gliedrige Exekutivkom. wurden unter anderen die Brr. u. Schw,: Regierungsrat Dr. Emil Wiesmeyer, Magistratsrat Dr. August Stein, Ob. Finanzrat Dr. Otto Beykovsky, Ludek Dux, Max Erben, Robert Lasch, Eugenie Löwner, Ing. Slonitz, Heinrich Stern und Siegfried Wolf gewählt. Bei der Konstituierung des Exekutivkomitees wurde Regierungsrat Dr. Emil Wiesmeyer neuerlich zum Obmanne bestimmt. Der Hauptausschuss wurde durch Hinzuwahl einer Reihe von Vertretern von Gemeinden und Vereinen aus dem ganzen Staatsgebiete erweitert.