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B'nai B'rith · 1924-02-01 · 2 (2.1924) · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
2 (2.1924)
Date
1924-02-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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39 Abend in diesem Kreise, sondern in allen Berliner Logen und darüber hinaus in allen Schwesterlogen unseres Distriktes Gegenstand des Nachdenkens und der Besprechung werden mögen. Handelt es sich doch dabei um ein Problem, das nach meiner Auffassung für das ganze Zukunftsleben der Logen von höchster Bedeutung sein dürfte und das auch bei der letzten Großlogentagung gestreift worden ist, eine eingehendere Behandlung aber dort nicht erfahren hat, nämlich um die Frage: Entspricht der Wahlspruch: „Wohltätigkeit, Bruderliebe, Eintracht" noch den Forderungen, die in der Gegenwart und für die Zukunft an die Bnai-Brith Logen zu stellen sind? Indes, meine lieben Brüder, muß angesichts der Bedeutung, die unser Orden unter der bisherigen Devise diesseits und jenseits des Ozeans in vier Weltteilen erlangt hat und angesichts der Ausdehnung, die er in der Judenheit gewonnen und von Jahr zu Jahr gewinnt, eine solche Frage nicht vermessen erscheinen? Denn wenn eine Organisation auf solche Erfolge hinzuweisen vermag, wie wir sie bei der Ordenstätigkeit verzeichnen können, wenn sie so in sich gefestigt erscheint, daß sie allen ihr anfangs entgegenstehenden Hindernissen zum Trotz sich überall siegreich durchgerungen und in allen Fährnissen erfolgreich sich behauptet hat und nach mehr als vierzigjährigem, oder wenn wir die Gründung des Ordens ins Auge fassen, nach nahezu HOjährigem Bestehen die Berechtigung ihres durch ihren Wahlspruch gekennzeichneten Daseins vor aller Welt so unleugbar dargetan, dann, so könnte man meinen, dürfte man doch keinen Zweifel hegen, daß sie auf rechtem Wege sich befindet und wie in der Vergangenheit so auch in der Gegenwart und in nächster Zukunft ihrer Aufgabe und Bestimmung entsprechen könne. Und doch darf uns bei eingehender Betrachtung eine solche Frage nicht überflüssig erscheinen. Denn was in der Vergangenheit erfolgreich sich bewährt, braucht darum noch nicht in der Gegenwart und in Zukunft all den Bedingungen zu entsprechen, die ihm ein gedeihliches Fortwirken gewährleisten. Was in der Jugend- und Jünglingszeit sich als förderlich erweist, ist darum nicht ohne weiteres für das Mannesalter angemessen. Und die Ordensidee ist auch in unserem Distrikt bereits aus dem Jugend- und Jünglingsalter herausgewachsen. Wir haben, wie der verewigte Exgroßpräsident Maretzki in seiner Geschichte des Ordens dargetan, schon drei Entwickelungsperioden hinter uns und wir befinden uns gegenwärtig gemäß den Darlegungen des Präsidenten der Deutschen Reichsloge, bei deren 40jährigem Jubiläum, in der vierten Periode, die als Periode der ethischen Entwickelung auf dem Boden des Judentums genannt zu werden verdiene. Entspricht nun unser Logenwahlspruch all den Bestrebungen, die seit Verpflanzung des Ordens nach Deutschland innerhalb desselben zu Tage traten? bildet er die Zusammenfassung der Ideen, die in ihm, wie in der Vergangenheit so auch heute noch, nach Ausdruck und Gestaltung ringen. Kann er für sich den Anspruch geltend machen, als das ruhende und bleibende Element angesehen zu werden, das gegenüber den verschiedensten Erscheinungsformen unverändert seine treibende

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